Oldenburg Beim Oldenburger Energieversorger EWE wackelt der Stuhl des Vorstandschefs: Matthias Brückmann (54) ist wegen einer Spende in Höhe von 253.000 Euro an die Stiftung von Wladimir und Vitali Klitschko massiv unter Druck geraten. Dem EWE-Chef wird vorgeworfen, mit der Zahlung die von ihm selbst mit aufgestellten Regeln zu Sponsoring und Spendenvergabe verletzt und an den zuständigen Gremien vorbei gearbeitet zu haben.

Offenbar hatte Brückmann für die Spende eine Gegenleistung erwartet: Der langjährige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko, den der EWE-Chef dem Vernehmen nach persönlich kennt, sollte für eine PR-Veranstaltung nach Oldenburg kommen. Dazu kam es aber nie. Das Geld wurde im Dezember 2016 trotzdem überwiesen.

Nach anonymen Hinweisen an den Aufsichtsrat hatte das Präsidium des Kontrollgremiums Ende 2016 die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG beauftragt, die Vorgänge „lückenlos aufzuklären“, wie Aufsichtsratschef Dr. Stephan-Andreas Kaulvers am Dienstag der NWZ sagte. Ergebnisse erwarte man in den nächsten Tagen.

Kaulvers sagte, es stoße ihm übel auf, dass man bereits wenige Monate nach Vereinbarung der neuen Unternehmensregeln eine externe Untersuchung wegen möglicher Verfehlungen einleiten musste. Die von der EWE-Führung im vergangenen Jahr neu aufgestellten Regeln sehen vor, dass der EWE-Vorstandsvorsitzende nur noch über ein persönliches Spendenbudget von 50.000 Euro verfügen darf. Brückmann selbst hatte im April in einem NWZ-Interview gesagt: „Spenden dürfen einfach nicht nach dem Gutdünken von Einzelpersonen vergeben werden, sondern jeder Cent muss der Satzung entsprechen.“

Karsten Krogmann Redakteur / Reportage-Redaktion
Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.