SCHWEIBURG Die Kühe fühlen sich in dem neuen Stall sichtlich wohl. Aber die Milch von diesen glücklichen Kühen macht Landwirt Willem Vos wenig Freude, denn der Preis, den er dafür erzielt, reicht nicht, um die Millionen-Investition zu refinanzieren. Der jüngste Beschluss auf europäischer Ebene, die Milchquote in den nächsten Jahren weiter steigen zu lassen, macht ihm auch keine Hoffnung auf Besserung. Darüber spricht er am Montag gemeinsam mit weiteren Milcherzeugern aus der Wesermarsch mit dem Europaabgeordneten Prof. Hans-Peter Mayer (CDU).

Mayer informiert sich auf Einladung von Bürgermeister Henning Kaars über die Gemeinde Jade, in der die Landwirtschaft der größte Wirtschaftsfaktor ist. Auf dem Hof Vos trifft Mayer, unter anderem Mitglied im Ausschuss Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments, auf Vertreter des Landvolks und des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM). Die Milchvieherzeuger lassen an der Politik „aus Brüssel“ kein gutes Haar: Die Erhöhung der Quote sei „falsch“, sagt etwa Uwe Stollberg (Jade). Carsten Glüsing-Lüerßen (Elsfleth) ergänzt: „Außer Italien und Deutschland haben bereits alle EU-Länder ihre Milchproduktion gedrosselt“. Noch mehr Milch auf den Markt zu lassen, sei der Versuch, „dem Verbraucher etwas Gutes zu tun“, so Uwe Stollberg. Doch aus Sicht des Unternehmers – also des Landwirts – sei dies völlig verkehrt. Denn dadurch würde der Milchpreis für den Erzeuger weiter fallen.

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Die Argumente hört sich Mayer aufmerksam an, aber in der Sache geht er nicht auf die Landwirte zu: „Der Beschluss ist unumkehrbar“, sagt der Abgeordnete. Ebenso sei definitiv beschlossen, dass die Milchquote von 2015 an ganz wegfällt. „Von der Planung her muss man sich darauf einstellen“, so Meyer. Der Landwirt als Unternehmer solle nicht über solche Entscheidungen klagen, sondern sich „neue Märkte erschließen“. Mayer: „Andere machen das schon“. Und für „Härtefälle“ werde ein Milchfonds eingerichtet, aus dem für Deutschland bis zum Jahr 2015 immerhin 360 Millionen Euro zur Verfügung stehen würden.

Der neue Milchfonds bedeute umgerechnet nicht mal einen Cent pro Kilogramm Milch, sagen dagegen die BDM-Vertreter. Carsten Glüsing-Lüerßen: „Es kann nicht von einem Cent mehr oder weniger abhängen, ob ein Betrieb rote oder schwarze Zahlen schreibt.“

Torsten Wewer Kanalmanagement / Redakteur
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