Emden /Delmenhorst Es ist 19.45 Uhr am Sonnabend. Dunkelheit legt sich über die ostfriesische Stadt Emden. Am Horizont verschwinden die letzten tiefroten Streifen des Sonnenuntergangs. In der Ferne blinken die Lichter des Seehafens und der Wohnsiedlungen. In der Innenstadt ist die Einkaufsstraße hell erleuchtet, Reklamen strahlen.

Es ist 20.30 Uhr. Zwei Gehminuten von der hell erleuchteten Einkaufsstraße entfernt liegt eines der bekanntesten Gebäude der Stadt im Dunkeln. Die Beleuchtung der Kunsthalle ist abgestellt. Nur das Café nebenan ist spärlich beleuchtet – ohne das wäre das Museum nicht zu sehen. Ein dunkler Fleck mitten in der Seehafenstadt. Die „Earth Hour“ hat begonnen.

Emden beteiligt sich zum zweiten Mal an der Klimaschutzaktion der Umweltstiftung WWF. Für eine Stunde, von 20.30 bis 21.30 Uhr, sollen bei der Aktion weltweit die Lichter ausgeschaltet werden. Unter dem Motto „Ja zur Energiewende“ wollen Städte, Gemeinden sowie Privatpersonen einen Zeichen setzen.

Die Kunsthalle und das Landesmuseum im historischen Rathausgebäude werden verdunkelt, „weil es die schönsten Gebäude sind, die nachts erhellt werden“, sagt Jann Gerdes, Klimaschutzmanager der Stadt.

Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es in Emden Aktionen für mehr Klimaschutz. So sei die Beleuchtung der öffentlichen Gebäude durch regenerative Energien abgedeckt. „Hier sind mit die ersten Windparks entstanden“, sagt Gerdes. Seit 2011 hat sich die Stadt ein Klimaschutzkonzept auferlegt.

Am Stadtrand blinken im Abstand von wenigen Sekunden rote Lichter am Nachthimmel auf. Es sind Signale der Windanlagen, die charakteristisch für die Umgebung Emdens geworden sind. Dass sich die Stadt in Sachen Klimaschutz engagiert, macht die Einwohner stolz. „Ich finde es gut, dass Emden mitmacht“, sagt Matthias Klaus Wiggers. Der 28-jährige Emder wünscht sich allerdings mehr Bemühungen – etwa von Unternehmen. „Man sollte die Sparpolitik an 365 Tagen im Jahr praktizieren.“

Etwa 120 Kilometer von Emden entfernt gehen am Sonnabendabend ebenfalls die Lichter aus. Zum zweiten Mal bleibt der Wasserturm in Delmenhorst für eine Stunde unbeleuchtet. „Wir könnten uns vorstellen, beim nächsten Mal mit weiteren Gebäuden wie der Markthalle teilzunehmen“, sagt Stadt-Pressesprecher Timo Frers.

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Es ist 21.30 Uhr. Die „Earth Hour“ ist vorbei. Nicht nur in Emden und Delmenhorst, sondern in Städten auf der ganzen Welt gehen die Lichter wieder an.

Dass Städte und Gemeinden mitmachen, ist für den WWF wichtig, meint Pressesprecher Immo Fischer: „Nur über diesen Hebel erreichen wir berühmte Gebäude.“

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