Rastede Die gute Nachricht kommt am frühen Nachmittag: Alle Unklarheiten beseitigt, Uli Kirchhoff kann starten. Erleichtert und zufrieden legt Torsten Schmidt das Telefon beiseite. Das Problem ist abgehakt, er kann sich um weitere Fragen kümmern.

Mit Uli Kirchhoff wird ein weiterer Spitzenreiter das 65. Oldenburger Landesturnier in Rastede bereichern. Reitsportfreunde erinnern sich noch gut, wie er 1996 in Atlanta olympisches Gold im Einzel-Springreiten und mit der Mannschaft gewann.

Torsten Schmidt ist Leiter des Organisationsteams des Turniers in Rastede, das bis Sonntag den Mittelpunkt der Oldenburger Pferdewelt bildet. Der 43-Jährige ist von Hause aus Gastronom, Geschäftsführer des Rasteder Schlosscafés, und hat zum dritten Mal als Organisationschef die Zügel des bedeutendsten Turniers im Oldenburger Land in der Hand.

Die nüchternen Zahlen lassen ahnen, um welche Aufgabe es geht: 102 Wettbewerbe, 1000 Reiter und 2500 gemeldete Pferde. Im Grund ein ganzjähriger Vollzeit-Job, den er auch nur angenommen hat, weil ihm seine Frau im Café den Rücken freihält – und weil er ein besonderes geschäftlich-persönliches Vertrauensverhältnis zu Jan-Christoph Egerer, dem Vorsitzenden des veranstaltenden Renn- und Reitvereins Rastede, hat.

An den Turniertagen, wenn ein Großteil seiner Arbeit längst erledigt ist, nutzt Schmidt jede Chance, mit Reitern, Besuchern und Mitarbeitern in Kontakt zu geraten. Wenn das Telefon nicht klingelt, schaltet er seine persönlichen Antennen und Sensoren auf Empfang. „Alles gut?“ ist seine Standardfrage – und dann hört er zu.

Themen gibt es viele: Da geht es um Parkplätze für Behinderte, um die Frage, ob die Ausschreibung eigentlich zu kompliziert sei, ob das mit der Mülltrennung richtig funktioniere. . .

Beim Rundgang stellt er aus dem Augenwinkel fest, dass der Springplatz nach dem Ende der aktuellen Prüfung gewässert werden muss, was übrigens mit einer automatischen Anlage geschieht.

Mit seinem „Fußometer“ prüft er die Beschaffenheit des Bodens auf dem Abreiteplatz, überzeugt sich vom angenehmen Klima in den riesigen Stallzelten, in denen 90 Boxen stehen, begrüßt kurz den Hufschmied und erklärt einem Gast, was es mit „Rallis Waldschänke“ am Rande des Turnierplatzes auf sich hat. Das ist ein Zelt zur Versorgung der Pferdepfleger, „wo der Stallmeister abends schon mal den Grill anschmeißt“.

Lob gibt’s anschließend von zwei Reitern, der Torsten Schmidt bescheinigen, alles sei „tipptopp, nur vom Feinsten.“ Das hört der Organisationschef gerne, will sich aber nicht zufrieden zurücklehnen. Später gibt es ein kurzes Gespräch mit einem der Oldenburger Studenten, die mit einer Untersuchung über die Kundenzufriedenheit beauftragt sind.

Zufrieden sieht Schmidt, dass der Biergarten am Kopfende des Springplatzes gut angenommen wird. „Damit haben wir den Platz für die Zuschauer deutlich vergrößert“, freut sich der Organisationschef.

Am Richterturm fragen zwei Reiter nach Teilnehmerbändchen und Parkscheinen – und es gibt eine kurze Begegnung mit seiner Frau, die das Sponsorenzelt unter Kontrolle hat. Auf 20 mal 65 Metern sollen dort 2000 Gäste versorgt werden. Die Söhne der Familie Schmidt vergnügen sich derweil auf dem Bungee-Trampolin. Sie haben gerade frei – ansonsten sind sie als Schleifen-Junge und Richter-Betreuer eingesetzt.

Ernst wird es nach einem Unfall bei Parcours-Arbeiten. Eine Mitarbeiterin wird vorsichtshalber ins Krankenhaus gefahren und Schmidt ordnet an, dass künftig ein weiterer Krankenwagen unmittelbar neben dem Springplatz postiert wird. Sicher ist sicher.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Eine schlechte und gute Botschaft gibt es vom Schirmherrn des Turniers. Anton Günther Herzog von Oldenburg kann zum zweiten Mal in seinem Leben aus Krankheitsgründen nicht kommen. Seine Schwiegertochter, Caroline Herzogin von Oldenburg, berichtet aber, dass es ihm wieder besser geht und er auf dem Weg der Besserung ist.

Und als wieder mal etwas Luft ist, greift Torsten Schmidt zum Telefon: „Ich will dich mal kurz auf den aktuellen Stand setzen. . .“ Am anderen Ende ist Wolfgang Teske, Schmidts Ziehvater und Vorgänger als Organisationsleiter des Landesturniers. Den hat Schmidt immer noch als Joker und Ratgeber in der Hinterhand.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.