BRAUNSCHWEIG Es ist leise, spart Energie und belastet die Umwelt weniger als heutige Maschinen. Das Flugzeug der Zukunft soll bürgernah sein: Es kommt mit kürzeren Start- und Landebahnen aus, so dass die Flughäfen wieder näher an die Städte rücken und enger an den öffentlichen Verkehr angebunden werden können. 50 Forscher von 17 Instituten der Universitäten Braunschweig und Hannover sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) tüfteln am Großprojekt „Bürgernahes Flugzeug“.

Weniger Lärm

Hierzu werden am Forschungsflughafen Braunschweig rund 100 Millionen Euro in Gebäude und Technik, zum Beispiel neue Simulatoren, investiert. Für das Flugzeug-Gesamtprojekt stehen zunächst für fünf Jahre elf Millionen Euro zur Verfügung, die Hälfte davon kommt vom Land Niedersachsen. „In der Summe aller neun Teilprojekte wird es einen richtigen Technologiesprung geben“, sagt Projektleiter Professor Peter Hecker vom Institut für Flugführung der TU Braunschweig.

Das erwartet man auch beim Europäischen Forschungsrat für Luft- und Raumfahrt (ACARE), dem Vertreter aus Industrie, Forschung, Luftfahrt und Politik angehören. Der hat bis zum Jahr 2020 ehrgeizige Ziele vorgegeben: Reduzierung des Treibstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen je Fluggast und Kilometer um 50 Prozent, Verminderung der Stickoxid-Emissionen um 80 Prozent, Verringerung des Lärms um 50 Prozent und Senkung der schweren Unfälle bei Starts und Landungen.

Neue Assistenzsysteme

Das niedersächsische Projekt orientiere sich an diesen Zielen, betont Hecker. Nur so könne der weiter wachsende Luftverkehr künftig wirtschaftlich organisiert werden. Um bis zu 25 Prozent wollen die Forscher allein den Spritverbrauch und die Emissionen senken, indem die Flugzeuge leichter gebaut und die Hochauftriebssysteme bei Tragflügeln und Klappen aerodynamischer gestaltet werden. „Die Triebwerke der Zukunft werden deutlich leiser und leistungsstärker sein“, erwartet Hecker. Mit leistungsstärkeren Triebwerken könnten Starts und Landungen kürzer und steiler werden, was den Lärm am Flughafen weiter reduziere.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Eine wichtige Rolle spielt die Satellitennavigation. Rund um den Forschungsflughafen Braunschweig ist ein 5000 Quadratkilometer großes Testfeld aufgebaut worden, mit dem das geplante europäische Satellitensystem Galileo simuliert wird. Hecker: „Unsere Forscher gehen davon aus, dass mit einem Bündel von Maßnahmen der Lärm im Umfeld stadtnaher Flughäfen sogar noch mehr als um zehn Dezibel, wie das der Forschungsbeirat ordert, reduziert werden kann.“

Ebenfalls in Planung: neue Assistenzsysteme, die die Piloten in Extremsituationen unterstützen sollen. Dazu gehört beispielsweise ein Assistenzsystem, das bei einem kritischen Landeanflug ein Durchstartmanöver einleitet.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.