Bremen Nein, Greta Thunberg war nicht dabei. Dennoch ist der Klimawandel am Dreikönigstag so etwas wie das beherrschende Thema der 191. Eiswettprobe am Punkendeich gewesen. Das lag nicht zuletzt auch am Eiswettschneider selbst, wieder gespielt von Schauspieler Peter Lüchinger.

Hunderte von Zuschauern haben sich am Osterdeich eingefunden. Mehr als 1000, wie von Eiswettpräsident Patrick Wendisch erwartet, waren es aber nicht – trotz des vergleichsweise milden Wetters mit Temperaturen um sechs Grad und trotz der Tatsache, dass es der letzte Tag der Weihnachtsferien war.

Ja, das Klima. Gelbe Luftballons mit der Aufschrift CO2 hat der Schneider mitgebracht. Und ein merkwürdiges Gerät, das in eine Art Ballon-Rucksack mündet. „Die Eiswette ist gefährdet“, ruft der Schneider. „Ich verlange Ice for Future!“ Schließlich müsse die Weser ja mal wieder zufrieren. „Eiszeit, Eiszeit ist das einzige, was zählt“, singen die Heiligen Drei Könige.

„Wir wandeln am Abgrund“, sagt der Schneider. „Der Klimawandel!“ Vor 500 Millionen Jahren, da habe es überall viel Eis gegeben – und das habe am CO2 gelegen. „Wir brauchen CO2!“ Dann gebe es auch wieder tragfähiges Eis auf der Weser. Und er beginnt, mit seinem skurrilen Apparat – einem Sauger – von den Zuschauern CO2-Spenden einzusammeln, die im Ballon auf seinem Rücken landen. Das Ziel: „Bremen beim Klimawandel ganz vorn. Einmal an der Spitze! Was Werder nie wieder schafft. . .“

Der drohenden Erderwärmung waren noch weitere Witze des Spektakels (neben den üblichen Spitzen gegen Bürgermeister und Bundespolitiker) gewidmet – so wurde dem Schneider zum Beispiel der Einsatz von Kohle zum Betrieb seines Bügeleisens untersagt.

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Bei der traditionellen Eiswette geht es stets um die einst für Bremens Wirtschaft höchst bedeutsame Frage, ob die Weser als Lebensader der Hafenstadt am Dreikönigstag zugefroren ist oder nicht – ob sie „steiht“ oder „geiht“, wie es auf Plattdeutsch heißt. Am Montag war sie nicht zugefroren. Wieder also konnte der Schneider den Fluss nur mit einem Trick trockenen Fußes überqueren – in einem Boot der Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, für die beim Stiftungsfest der Eiswette am 18. Januar Spenden gesammelt werden. Unter den 800 Teilnehmern sind dann erstmals 30 Frauen.

„Mit dem Boot übersetzen! Was die Greta kann, das kann ich schon lange“, so der Eiswettschneider in Anspielung auf die Atlantikreisen der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg.

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