OLDENBURG OLDENBURG/LS - Mehr als 16 Millionen Bundesbürger leiden nach aktuellen Angaben des „Forums Besser Hören“ an Hörverlusten. Wie solche Hörverluste entstehen und wie Schädigungen des Gehörs kompensiert werden, das können Wissenschaftler auch von Mäusen und Vögeln lernen. Die Universität Oldenburg plant mit ihrem Sonderforschungsbereich „Das aktive Gehör“ derzeit die Errichtung einer biomedizinischen Forschungsstation. In dem dazugehörigen Tierhaus werden Mäuse und andere Nagetiere sowie verschiedene Vogelarten beheimatet sein. Die artgerechte Haltung der „tierischen Lehrmeister“ soll dabei groß geschrieben werden.

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Der moderne Neubau soll den Wissenschaftlern optimale Forschungsbedingungen und den Tieren eine artgerechte Unterbringung bieten. Für die Planung des Bauprojekts, das überwiegend von der Volkswagen-Stiftung finanziert wird, waren die aktuellen Standards zum Tierschutz von Anfang an maßgeblich. „Von den Studien in unserer zukünftigen Forschungseinrichtung erhoffen wir uns einen immensen Kenntnisgewinn", so Prof. Dr. Georg Klump, Leiter des Sonderforschungsbereichs. „Rennmäuse hören tiefe Töne wie wir; und im Alter von drei Jahren zeigen sie eine ähnliche Altersschwerhörigkeit wie ein 70-jähriger Mensch. Von ihnen können wir lernen, welche Veränderungen beim Hören im Alter auftreten, um entsprechende Behandlungsmethoden zu entwickeln.“ Anders sieht es bei Vögeln aus. Bei ihnen heilt eine Schädigung des Innenohrs, die bei Menschen zu einem dauerhaften Hörverlust führen würde. „Natürlich hoffen wir, dass man diese Fähigkeit zur Heilung auch auf den Menschen übertragen kann“, so Klump.

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