JADE Die Diskussion über die geplante Küstenautobahn A 22 lässt betroffene Anlieger aus dem Bereich Jaderaußendeich nicht länger still halten.

Sie wünschen sich, dass die Bürger in der Gemeinde Jade bei der Trassenfestlegung „nicht gegeneinander ausgespielt werden“ und dass sich insbesondere die Kommunalpolitiker neutral verhalten und daher keine Trasse begünstigen sollten. Wer sich für die so genannte „Nord-Variante“ stark mache, könnte den Eindruck erwecken, dass dort weniger Menschen betroffen seien als an der veröffentlichten Vorzugsvariante (die weiter südlich im Gemeindegebiet im Bereich Bollenhagen verläuft).

„Die Beeinträchtigung für die landwirtschaftlichen Betriebe, das Landschaftsbild und die Bodenverhältnisse sind ebenfalls vergleichbar mit den Gegebenheiten an der momentanen Vorzugstrasse“, erklärt Uwe Stollberg im Namen von rund 15 Familien aus dem Bereich Jaderaußendeich.

Die Jaderaußendeicher Landwirte müssten mit dem ausgewiesenen Vogelschutzgebiet „auf ihren besten Marschflächen eine wirtschaftliche Benachteiligung hinnehmen, die vermutlich nicht nur in Bewirtschaftungsauflagen, sondern auch in einer zu erwartenden negativen Bodenpreisentwicklung zum Ausdruck kommen wird“, heißt es in einer Stellungnahme der Anlieger. Damit würden sie bereits eine Last tragen, die durch eine Autobahn und dem einhergehenden Flächenbedarf nicht noch erschwert werden sollte, meinen sie.

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Für die Anlieger ist es daher unverständlich, dass sich der Jader Gemeinderat mehrheitlich für die Nord-Variante ausspreche, obwohl dieser Streckenabschnitt für die Straßenplaner aufgrund des nachgemeldeten Vogelschutzgebietes „tabu“ sei. Die Richtigkeit des Gutachtens für das Vogelschutzgebiet sei sogar durch das vom Landvolk in Auftrag gegebene Gegengutachten ausdrücklich bestätigt worden, unterstreicht Stollberg. Deshalb verwundere es, dass der Gemeinderat nunmehr dieses Vogelschutzgebiet mit Blick auf die Nord-Variante der Küstenautobahn „in Frage stelle“.

Die Anlieger aus Jaderaußendeich verweisen bewusst nicht nach dem „Sankt-Florians-Prinzip“ auf eine andere Trassenführung; sie wünschen sich allerdings, dass alle Trassenvorschläge genau angeschaut werden und deshalb auch mit ihnen als mögliche Betroffene gesprochen wird. „Das ist ein Thema, das uns schon bewegt“, erklärt Stollberg. Da mit der frühzeitigen Festlegung des Gemeinderates auf die Nord-Variante offensichtlich der Eindruck entstanden sei, dass die Betroffenen in diesem Bereich dagegen keinen Widerspruch erheben würden, hätten sie sich nun entschlossen, ebenfalls an die Öffentlichkeit zu gehen. Stollberg: „Irgendwann ist das Maß voll.“

Torsten Wewer Kanalmanagement / Redakteur
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