BRAUNLAGE Wer in Braunlage Züge und Schienen sehen will, muss ins Ski- und Heimatmuseum gehen. Dort erinnern Nachbauten im Kleinformat an die Bahn-Vergangenheit des Oberharzer Ferienortes. Dass Braunlager Eisenbahnfans sich mit Modellen begnügen müssen, könnte aber schon bald der Vergangenheit angehören. Spätestens im Jahr 2012, so meint Bürgermeister Stefan Grote, rollen wieder echte Lokomotiven durch den Ort. Dann könnte der geplante Anschluss Braunlages an die historische Harzer Schmalspurbahn in Sachsen-Anhalt fertig sein, für den das niedersächsische Landeskabinett in dieser Woche grünes Licht gegeben hat.

Tourismus-Boom erwartet

Goslars Landrat Stephan Manke hofft sogar, dass Touristen und Einheimische von Braunlage aus den Brocken schon deutlich früher per Zug erreichen können. Beim Planfeststellungsverfahren, das dem Bau der rund sechs Kilometer langen Verbindungsstrecke vorangehen muss, scheine es derzeit so, als seien sowohl in Niedersachsen als auch in Sachsen-Anhalt alle Beteiligten für das Projekt. Und dafür gibt es gute Gründe, findet auch Carola Schmidt vom Tourismusverbandes HVV. Sie ist sich sicher, dass Braunlages Anbindung an den Brocken und den übrigen Ostharz einen Tourismus-Boom auslösen wird.

Ausflugsorte profitieren

Davon könnten sowohl Braunlage selbst als auch die Städte in Sachsen-Anhalt wie Wernigerode oder Quedlinburg und die vielen Ausflugsorte entlang der Harzquer- und der Selketalbahn profitieren. Bisher ist das Netz der Harzer Schmalspurbahnen ausschließlich auf Sachsen-Anhalt beschränkt. Für die Anbindung des wichtigsten niedersächsischen Ferienortes im Oberharz werden Gesamtkosten von zehn bis elf Millionen Euro erwartet. Beide Nachbarländer wollen jeweils die Hälfte davon tragen, wenn eine Machbarkeitsstudie ein positives Ergebnis bringt. „Für Braunlage wäre die Bahnverbindung zum Brocken eine Initialzündung“, glaubt Landrat Manke. Der Ort, der in den vergangenen Jahren mit rückläufigen Übernachtungszahlen zu kämpfen hatte, würde sicher „einen großen Schub“ erhalten. Mit einer Bahnanbindung werde es auch viel leichter fallen, einen Investor für einen geplanten Ferienpark in Braunlage zu finden.

Die Harzer Schmalspurbahnen sind schon jetzt mit mehr als 1,15 Millionen Fahrgästen im Jahr eine der Hauptattraktionen der Region.

DIE HARZER SCHMALSPURBAHNEN: ZAHLEN UND FAKTEN

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Die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) verfügen über ein Streckennetz von 140,4 Kilometern. Die über eine Million Fahrgäste jährlich können insgesamt 44 Bahnhöfe oder Haltepunkte anfahren.

Der höchste Haltepunkt ist der Bahnhof Brocken mit 1125 Meter über NN. Der tiefste Bahnhof liegt mit 121 Metern über NN in Quedlinburg.

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