Vechta Eigentlich müsste Karl Tepe erleichtert sein. Eine Geldstrafe von 20 000 Euro hatte die Staatsanwaltschaft gefordert, jetzt muss er 1000 und sein Geschäftspartner 3000 Euro zahlen. Doch Tepe zeigt sich im Gespräch mit der NWZ  „entrüstet, geschockt, sprach- und fassungslos“.

Tepe und sein Ex-Kollege Bernard B. sollen als Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft Damme (Kreis Vechta) im Dioxin-Skandal 2010/11 Unbedenklichkeitsbescheinigungen für ihr Tierfutter ausgestellt haben, obwohl sie von der Dioxin-Belastung wussten. Dadurch sollen verseuchte Eier in den Verkauf gelangt sein.

Das Amtsgericht Vechta hat gegen die Angeklagten im neu aufgerollten Prozess um den Dioxinskandal Geldbußen verhängt. Die ehemaligen Chefs eines Futtermittelbetriebes wurden wegen Ordnungswidrigkeiten verurteilt. Von den strafrechtlichen Vorwürfen habe das Gericht die beiden Männer freigesprochen, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein erster Prozess war im Januar wegen eines Befangenheitsantrags gegen die Richterin geplatzt.

Während für den Verteidiger von B., Axel Dohmann, am Donnerstag bereits klar war, dass er Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird, zeigte Tepes Anwalt Dr. Frank Roeser sich zögerlich. „Herr Tepe und ich schlafen drüber, und dann entscheiden wir, ob wir gegen das Urteil Berufung einlegen.“ Roeser bewertete das Urteil zwar ebenso wie sein Anwaltskollege Dohmann als Teilerfolg, verwies aber darauf, dass durch die Verurteilung zu Geldbußen noch eine „zivilrechtliche Tretmine“ lauere. Was mögliche Schadensersatzforderungen angehe, könne noch Ungemach drohen.

Tepe selbst ist nicht nur geschockt, sondern nach eigenen Worten auch erschöpft nach dem jahrelangen juristischen Gezerre. „Wann hätte ich an welcher Stelle anders handeln sollen?“, frage er sich. Ebenso wie er sich frage, ob er noch die Kraft für eine Berufungsverhandlung habe.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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