Wolfsburg /Braunschweig Bei der juristischen Aufarbeitung des VW-Skandals ist kein baldiges Ende in Sicht. In der Abgas-Affäre könnten sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig lange hinziehen, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der „Süddeutschen Zeitung“. Es müssten bis zu zehn Jahre aufgearbeitet werden.

„Einen Zwischenstand können und werden wir angesichts dessen wohl nicht geben – sondern nur ein Ergebnis am Ende“, erklärte Ziehe. Fünf Ermittler seien tätig. Dazu kommen 20 Sonderermittler des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen.

Die Braunschweiger Anklagebehörde hatte wegen der im September von VW zugegebenen Manipulationen von Stickoxid-Messwerten bei Dieselmotoren ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gab auch Razzien. VW selbst hat 450 Mitarbeiter mit der internen Aufklärung betraut.

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Ein Anfangsverdacht besteht gegen insgesamt elf aktuelle und frühere VW-Mitarbeiter. Im Raum stehen auch Betrugsvorwürfe.

Angesichts der möglichen Konsequenzen des Skandals hatte sich VW-Chef Matthias Müller konzernweit für Kürzungen der Vorstandsvergütungen ausgesprochen. „Dabei geht es um den Bonus für 2015. Es ist klar, dass wir den Gürtel enger schnallen müssen, auf allen Ebenen, vom Vorstand bis zum Tarif-Mitarbeiter“, sagte Müller der „Wirtschaftswoche“. Dies gelte auch für die Töchter Audi und Porsche, die für einen Großteil des Konzerngewinns stehen. „Wir sind eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten.“

Auf wie viel Gehalt er selbst verzichten will, sagte Müller nicht. Auch den rund 120 000 Mitarbeitern im Haustarifvertrag von VW entgehen als Folge der Betrugsaffäre wohl Bonuszahlungen. Das hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh bereits in Aussicht gestellt.

Unterdessen sind erste Finanzexperten für VW wieder positiver gestimmt: Das Bankhaus Metzler rechnet nach dem Abgasskandal langsam mit einer Rückkehr zur Normalität. Der Nachrichtenfluss um VW habe sich in den vergangenen zwei Wochen unterm Strich verbessert, schrieb Analyst Jürgen Pieper in einer Studie. So seien die Verkaufszahlen im November eindeutig besser als von ihm befürchtet ausgefallen.

Die Aktie dürfte schrittweise wieder eine „normale“ Bewertung erhalten, führte Pieper aus. Aus Sicht des Analysten sollte dies 30 Prozent Kurspotenzial freisetzen. Der Aktienkurs, einst über 200, war unter 100 Euro gefallen. Nun liegt er über 130 Euro.

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