OLDENBURG Mut machen für den Schritt ins Auslandsgeschäft will die Oldenburgische Industrie und Handelskammer (IHK) Oldenburg mit einer Studie, die sie gestern vorgestellt hat. Kleine und mittelständische Unternehmen verhalten sich bei ihrer Internationalisierung weitgehend anders als große, sind dabei aber oftmals sehr erfolgreich und damit Gewinner der Globalisierung. So das Fazit der Untersuchung, die die Oldenburger Kammer gemeinsam mit sieben anderen norddeutschen IHKs bei Professor Dr. Gerhard Feldmeier von der Bremerhavener Hochschule (Institut for Management and Economics) in Auftrag gegeben hatte.

Feldmeier und seine Mitarbeiter haben die Entscheidungsträger von 65 mittelständischen Unternehmen befragt und analysiert, welche Faktoren für ihr erfolgreiches Engagement im Ausland entscheidend sind. Ergebnis: Sie arbeiten einzigartig, hochwertig, flexibel, schnell, kundennah, dezentral, partnerschaftlich und persönlich. Als beispielhaft stellten Feldmeier und der IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters drei der befragten Unternehmen vor: die Hugo Vogelsang Maschinenbau GmbH aus Essen/Oldenburg, die Brötje Schaumtechnik GmbH aus Rastede und den Hubladebühnen-Hersteller MBB Liftsystems AG aus Hoykenkamp.

Zentrales Kriterium für das erfolgreiche Auslandsgeschäft sei die „strategische Positionierung“, so Feldmeier. Durch Spezialisierung und herausragendes Know How in einem überschaubaren, hochwertigen Marktsegment könnten Mittelständler im internationalen Wettbewerb eine Reputation aufbauen.

Weiterer Erfolgsfaktor sei das „individuelle Leistungsangebot“, sprich das Unternehmen muss mit seinem Wissensvorsprung maßgeschneiderte Problemlösungen plus den dazugehörigen Service anbieten. „Dabei kommen oft eigene Erfahrungen zum Tragen“, sagte Feldmeier. Als Beispiel nannte er die Firma Thomas Sitz- und Liegemöbel aus Bremerförde. Das eigene Rückenleiden habe den Inhaber dazu gebracht, ein spezielles Liegesystem zu entwerfen, das mittlerweile international gefragt sei.

Wichtig für den Erfolg sei zudem die Art und Weise, wie die Kontakte zu Kunden und Geschäftspartnern im Ausland aufgebaut werden. „Ohne enge persönliche Kundenbeziehungen und eine Vertrauensbasis geht es nicht“, bestätigte Harald Vogelsang aus seinen Erfahrungen. Und auch für MBB-Vertriebsleiter Barner hat der persönliche Kontakt im Ausland einen hohen Stellenwert. „Wir müssen nicht nur jemanden finden, der die Produkte verkauft. Ganz viel Wert legen wird auch auf ein enges Netzwerk, das den Service sicherstellt.“

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Bei der Unternehmensorganisation ergab die Befragung, dass die Betriebe ihre „wettbewerbssensiblen Kernkompetenzen“ an den Heimatstandorten bündeln, um schnell und flexibel handeln zu könne.

Wenn sie die aufgezeigten Erfolgskomponenten sinnvoll kombinierten, seien kleinere und mittelständische Betriebe keinesfalls „zwingend von der Globalisierung benachteiligt“, sieht Feldmeier durch die Untersuchung eine „verbreitete Vermutung“ widerlegt. „Die Studie ist kein Rezeptbuch mit 1:1-Anleitung, aber sie ist durchaus eine Ermutigung für Unternehmen, die noch nicht im Auslandsgeschäft tätig sind“, zog IHK-Chef Peters Bilanz.

Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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