WILHELMSHAVEN Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Wilhelmshaven, Rolf Brandstrup, warnt vor zusätzlichen Kosten und „Bürokratie-Monstern“. Durch die geplante Einlagensicherungsrichtlinie und neue Eigenkapitalvorschriften (Basel III) auf EU-Ebene sowie die Bankenabgabe kämen allein auf sein Institut Belastungen in sechs- bis siebenstelliger Größenordnung pro Jahr zu.

Die Bankenabgabe koste die Sparkasse Wilhelmshaven rund 100 000 Euro im Jahr. Der angesparte Fonds soll der Finanzaufsicht ermöglichen, bei Schieflagen von Banken frühzeitig eingreifen zu können. Die umstrittene Einlagensicherungsrichtlinie, nach der alle Kreditinstitute in einen Sicherungsfonds einzahlen sollen, würde sein Geldinstitut über zehn Jahre mit jährlich 1,5 Millionen Euro belastet. Dabei habe die Sparkassengemeinschaft in Deutschland schon jetzt eine weitergehende Institutssicherung, die sich bewährt habe.

Die geplanten Liquiditätsregeln nach Basel III würden die Finanzierungsspielräume des Geldinstituts einengen. Insbesondere, so Brandstrup, würde die sehr beliebte Kreditvergabe zu langfristig festen Zinssätzen erschwert.

Der Sparkassenchef hofft, dass die geplanten Verordnungen noch entschärft werden.

Gut gelaunt zeigte sich der Vorstand der Sparkasse Wilhelmshaven beim Thema Jahresbilanz. „Man kann sehr zufrieden sein“, so Brandstrup. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen.“ Auch für die Firmenkunden der Sparkasse sei 2010 besser gelaufen als erwartet. Trotz der Unwägbarkeiten in der Region – etwa die geplante Schließung der Raffinerie – blicken Brandstrup und seine Vorstandskollegen Holger Sothmann und Lothar Reichelt optimistisch ins neue Jahr.

Das Bilanzvolumen der Sparkasse liege weiter über einer Milliarde Euro. Den Jahresüberschuss bezifferte Brandstrup auf 500 000 bis 600 000 Euro. Er liege auf Vorjahresniveau. Die Kundeneinlagen seien 2010 um vier Prozent auf 792 Millionen Euro gestiegen. Auch die Börse sei wieder interessant. Beim Absatz von Investmentanteilen des Verbundpartners DEKA liege die Sparkasse auf einem Spitzenplatz in Niedersachsen.

Das gestiegene Sicherheitsbedürfnis wirke sich auch positiv aufs Immobiliengeschäft aus. Offenbar würden die Kunden Immobilien als Wertanlage wiederentdecken. Die Sparkasse sieht sich mit ihrem Immobilenzentrum im eigenen Haus gut aufgestellt.

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Ein positiver Trend sei bei den Darlehenszusagen an Private, an Unternehmen und Selbstständige zu verzeichnen – dennoch sei in 2010 das Volumen der Gesamtausleihen leicht auf 670 Millionen Euro zurückgegangen; eine Folge hoher Tilgungen und der rückläufigen Nachfrage nach kurzfristigen Krediten.

Wie Brandstrup ankündigte, soll Thomas Werner, Direktor fürs Privatkundengeschäft, zum 1. März zum weiteren stv. Vorstandsmitglied der Sparkasse berufen werden.

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