Oldenburg Die Steuer- und Abgabenlast für Mittelständler in Deutschland ist gestiegen – der Standort Deutschland fällt in einer weltweiten Vergleichsliste zurück. Das hat – wie berichtet – eine Studie der Beraterfirma PWC und der Weltbank ergeben.

Regionale Mittelständler reagieren mit Sorge auf die Entwicklung. Das ergab eine Umfrage dieser Zeitung.

„Der deutsche Mittelstand ist Spitze – leider auch in der Steuerbelastung. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie viele Investitionen dadurch verhindert worden sind“, sagt Jörg Waskönig, geschäftsführender Gesellschafter von Waskönig + Walter (Ramsloh) und Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes Oldenburg. Insbesondere Substanzsteuern wie etwa Grundsteuer oder Gewerbekapitalsteuer belasteten „in unzumutbarer Weise das Eigenkapital der Unternehmen“.

Prof. Heinz-W. Appelhoff, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis – befürchtet mit Blick nach Berlin nichts Gutes: „Die aktuelle Diskussion in den Koalitionsverhandlungen zeigt, dass zur Finanzierung der politischen Ziele erneut vor allem die mittelständischen Unternehmen zur Kasse gebeten werden sollen.“ Augenfällig seien höhere Steuersätze und Sozialabgaben. „Häufig nicht beachtet werden aber die vielen kleinen Änderungen im Steuerrecht, die zu einer geringen Abzugsfähigkeit von betrieblichen Aufwendungen führen und die Unternehmen immer höher belasten“, mahnt er.

Detlef Blome, Regionalgeschäftsführer beim Bundesverband Mittelständische Wirtschaft, weist neben der hohen Steuerlast auch auf Steuern und Abgaben auf Arbeitskosten hin. Sie machten in Deutschland fast 50 Prozent aus, in den USA seien es nur 30. Sein Vorschlag zur Entlastung der Mittelständler: Steuerfreistellung aller reinvestierten Gewinne. Das schaffe Liquidität, ermögliche Investitionen und sichere so Arbeitsplätze.

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Jürgen R. Viertelhaus, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Autoteilespezialisten Vierol AG, kommt zu dem Ergebnis: „Das größte Problem für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind die fehlenden ökonomischen Kenntnisse der politischen Entscheidungsträger im Bund, in den Ländern und auch den Kommunen, vor allen Dingen bei den marktwirtschaftlichen Abläufen.“

Und Viertelhaus blickt besorgt nach Berlin und die „derzeitig stattfindenden staatlichen Regulierungsorgien“ bei den Koalitionsverhandlungen, etwa in Sachen flächendeckendem Mindestlohn und Frauenquote. „Die sich daraus ergebenden Kosten für die mittelständische Wirtschaft wird die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen erheblich einschränken.“

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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