Rastede /Nordenham /Papenburg Der stationäre Handel in kleinen Orten und Städten hat keine Zukunft? Stimmt nicht, findet Hendrik Lenz. Der Geschäftsführer des Wohncenters Nordenham hat in seinem Möbelhaus in der Wesermarsch eine „Event-Reihe“ auf die Beine gestellt. So macht das „Nordenham Fashion Weekend“ das Möbelhaus zum Laufsteg, der „Winterzauber“ soll auf Weihnachten einstimmen und auf der Immobilienmesse dreht sich alles rund ums Haus.

Das Besondere: Bei den „Events“ sorgen nicht Akteure von irgendwo für das Programm, sondern die örtlichen Einzelhändler. „Wir holen den örtlichen Handel zu uns ins Haus und möchten ihm durch die Events eine Plattform bieten, sich zu präsentieren“, sagt Lenz. Bei der „Fashion Weekend“ etwa seien ortsansässige Modegeschäfte, Friseure, Visagisten und Juweliere mit Ständen und Aktionen vertreten gewesen.

10 000 Euro fürersten Platz

Bewerben für den Wettbewerb „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ können sich Einzelhändler und Gemeinschaftsinitiativen (z.B. Händlerinitiativen oder Gewerbevereine) sowie Genossenschaftsmodelle aus dem Bereich Handel in Städten und Gemeinden mit bis zu 50 000 Einwohnern. Einsendeschluss ist der 17. September 2018.

Ausgezeichnet werden die drei besten Projektideen in den Kategorien Einzelhändler und Gemeinschaftsinitiative. Für den ersten Platz gibt es 10 000 Euro, für den zweiten 5000 Euro und für den dritten 3000 Euro.

   Weitere Infos: www.wettbewerb-gemeinsam-aktiv.de

Und die „Event-Reihe“ kommt an. Bis zu 4500 Besucher konnte Lenz schon in seinem Möbelhaus zu den besonderen Veranstaltungen begrüßen. „Wir kriegen Bewegung ins Möbelhaus. Der Nachlauf ist bei uns uns bei den Händlern deutlich zu spüren. Und Teilnehmer und Gäste freuen sich, dass in Nordenham was ’los’ ist“, zählt er einige Pluspunkte auf.

Lenz und sein Team von Wohncenter Nordenham haben für die kreative Idee nicht nur viel Zuspruch erhalten, sondern 2017 in der Kategorie „Einzelhändler“ auch den ersten Preis beim Wettbewerb „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“. Am Donnerstagabend wurde in Rastede mit der Auftaktveranstaltung die zweite Runde des Wettbewerbs eingeläutet. Der landesweite Wettbewerb, der vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium, dem Genossenschaftsverband Weser-Ems, der IHK Niedersachsen (IHKN), dem Handelsverband Niedersachsen-Bremen und Nordenham Marketing & Touristik ausgerichtet wird, sucht und prämiert kreative Ideen, die zur Belebung des stationären Einzelhandels in Städten und Gemeinden mit maximal 50 000 Einwohnern beitragen.

„Gerade in Gemeinden und Städten mit weniger Einwohnern steht der Einzelhandel aktuell vor großen Herausforderungen“, sagt Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Insbesondere der wachsende Online-Handel, der demografische Wandel und ein verändertes Kundenverhalten machten sich bemerkbar. Doch es gebe viele Aspekte, mit denen der stationäre Handel weiterhin punkten könne: persönliche Beratung, Service, eine ansprechende Ladengestaltung oder auch besondere Aktionen. „Es geht darum, den Einkauf in Niedersachsen zu einem besonderen Erlebnis zu machen“, sagt Althusmann.

Für IHKN-Hauptgeschäftsführerin Susanne Schmitt sind zwei Punkte besonders wichtig. „Der Handel braucht eine zeitgemäße Inszenierung“, sagt sie. „Shopping“ sei längst nicht mehr nur eine Frage der Bedarfsdeckung. „Und Einzelhandel braucht Gemeinschaft.“ Um sich den wachsenden Herausforderungen stellen zu können, sei eine Bündelung der Kräfte vor Ort erforderlich, sagt Schmitt.

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Um Gemeinschaft geht es auch bei den „Starken Partnern Papenburg“, die 2017 in der Kategorie „Gemeinschaftsinitiative den ersten Preis bei dem Wettbewerb gewonnen haben. „Wir sind 13 inhabergeführte Unternehmen und haben uns zu einem stadtteilübergreifenden Handelsnetzwerk zusammengeschlossen“, erläutert Josef Albers, Geschäftsführer der „Starke Partner GbR“, das Konzept.

Die beteiligten Unternehmen treten gemeinsam als „Starke Partner“ auf, sei es durch ein Acrylschild im Schaufenster, eine Webseite oder verschiedene Marketingaktionen, treffen sich einmal im Monat zum Austausch und organisieren gemeinschaftlich besondere Aktionen, wie Kundenevents. „Unter dem Motto ’lokal und persönlich’ wollen wir vor allem die Themen Service und persönliche Beratung in den Fokus rücken und dem örtlichen Handel ein Gesicht geben“, sagt Albers.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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