Herzogenaurach Der Sportartikelhersteller Puma ist mit seinen Öko-Beuteln für Schuhe gescheitert. Die weltweite Nummer Drei der Branche hatte vor vier Jahren beschlossen, den traditionellen Schuhkarton durch umweltfreundliche rote Stoffbeutel - die „Clever Little Bags“ zu ersetzen. Doch der Handel habe die neue Verpackung nicht akzeptiert, bestätigte eine Puma-Sprecherin am Samstag einen entsprechenden Bericht der „Wirtschaftswoche“. Die Herbst/Winter-Kollektion 2015 wird nun wieder in Schuhkartons ausgeliefert, die aber fast ausschließlich aus Recycling-Papier bestehen.

„Mit der „Clever Little Bag“ hat Puma eine innovative Schuhverpackung auf den Markt gebracht“, sagte Puma-Chef Björn Gulden dem Blatt, „die hat aber im Handel und bei unseren Verbrauchern als kommerzielle Verpackung nicht funktioniert“. Zum einen ließen sich die Beutel nicht so leicht stapeln wie Kartons, sagte die Puma-Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Zum anderen ließen sich die Schuhe vom Verbraucher nach einer Anprobe nicht so leicht in die Öko-Beutel zurückpacken wie in Kartons. Nun präsentiere man mit den Kartons aus Recycling-Papier aber erneut eine umweltfreundliche Lösung.

Das Konzept der „Clever Little Bags“ für die Millionen Paare jährlicher verkaufter Schuhe hatte der renommierte Industriedesigner Yves Béhar aus San Francisco entwickelt. Ziel war mehr Umweltschutz durch Einsparungen bei Material und Energie. Einer der Grundgedanken war, dass sich für die wiederverwendbaren Schuhbeutel anders als bei den Kartons beim Kauf zusätzliche Plastiktragetaschen erübrigen würden.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Im Handel trifft die Entscheidung für die Rückkehr zum Karton laut „Wirtschaftswoche“ auf Verständnis: „Man kann sich solche Öko-Leuchttürme leisten, wenn alles gut läuft“, sagt Klaus Jost, Präsident der Einkaufsgemeinschaft Intersport dem Blatt, „der Kunde dankte es Puma aber in diesem Fall nicht.“

Der Herzogenauracher Sportartikelhersteller hatte im ersten Halbjahr 2014 mit einer rasanten Talfahrt zu kämpfen: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres lag der Puma-Umsatz bei 1,337 Milliarden Euro - das waren 6,5 Prozent weniger Erlöse als im ersten Halbjahr 2013. Der Konzerngewinn sackte mit knapp 40 Millionen Euro um 41,3 Prozent ab. Dennoch rechnet der Adidas-Konkurrent Puma für das Gesamtjahr 2014 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau - also mit rund 2,98 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn werde je nach Währungsverlusten 2014 zwischen 75 und 90 Millionen Euro liegen, hatte Puma-Chef Gulden Ende Juli prognostiziert. Bremsen soll die Talfahrt unter anderem eine millionenschwere Werbekampagne - die laut Puma größte in der Firmengeschichte. Zum Jahreswechsel 2013 beschäftigte Puma laut Geschäftsbericht weltweit knapp 11 000 Mitarbeiter.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.