Peking /Washington Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. China machte am Freitag deutlich, dass es mit Gegenmaßnahmen reagieren werde, wenn US-Präsident Donald Trump mit seinen neuen Strafzöllen ernst macht.

Trump hatte am Vortag für September zusätzliche Zölle von zehn Prozent auf chinesische Güter im Wert von 300 Milliarden Dollar angekündigt. Sie könnten sogar auf 25 Prozent oder „deutlich darüber hinaus“ erhöht werden, warnte Trump im Weißen Haus.

Alles hänge vom Abschluss eines Handelsabkommens mit China ab. „Wenn sie nicht mehr mit uns handeln wollen, dann wäre das für mich auch in Ordnung“, sagte Trump.

China verurteilte das Vorgehen scharf. „Wenn die Maßnahmen der USA zur Einführung von Zöllen umgesetzt werden, muss China notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Kerninteressen des Landes und die Grundinteressen der Menschen entschlossen zu verteidigen“, sagte Hua Chunying, eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums, am Freitag: „Alle Konsequenzen werden von den USA getragen.“

Der Handelsstreit wird unterdessen zunehmend zur Belastung für die Finanzmärkte. Unmittelbar nach Trumps Ankündigung der neuen Strafzölle in Höhe von zehn Prozent rutschte die US-Börse am Donnerstag ins Minus. Freitag setzte sich die Talfahrt fort. Die Leitbörsen in Japan und Hongkong gaben ebenfalls nach. Der deutsche Leitindex Dax verlor am Freitag gleich um 3,1 Prozent. Er fiel damit unter die Marke von 12 000 Punkten.

Setzt Trump seine Ankündigung um, würden ab September damit Chinas gesamte Exporte in die USA – 2018 waren es rund 540 Milliarden Dollar – von Strafzöllen erfasst. Auch China hat Strafzölle gegen US-Produkte erhoben.

Die Eskalation des Konflikts der größten Volkswirtschaften der Erde droht die globalen Konjunkturaussichten weiter einzutrüben. Das könnte auch die exportlastige deutsche Wirtschaft zusätzlich treffen.

Das Vorgehen der USA sei eine schwerwiegende Verletzung der Vereinbarung über eine Wiederaufnahme der Handelsgespräche, die beide Staaten am Rande des G20-Gipfels in Osaka getroffen hätten, so die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. China werde keine „Einschüchterung und Täuschung“ hinnehmen. Zudem warnte die Sprecherin, dass sich die weiteren Zölle negativ auf die Entwicklung der Weltwirtschaft auswirken würden. Sie seien weder im Interesse chinesischer noch amerikanischer Bürger.

Trump sagte, die neu verhängten Strafzölle könnten weiter angehoben oder wieder gestrichen werden, alles hänge vom Verlauf der weiteren Verhandlungen ab. Die jüngsten Gespräche zwischen den USA und China um ein Handelsabkommen waren am Mittwoch in Shanghai offensichtlich ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Es war das erste Treffen der Unterhändler seit dem Scheitern der Verhandlungen im Mai.

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