Papenburg Beim kriselnden Kreuzfahrtschiffbauer Meyer-Werft in Papenburg an der Ems bleiben Gespräche über einen möglichen Jobabbau schwierig. Die Geschäftsleitung warf der IG Metall am Mittwoch vor, sie wolle keine Tariföffnungsverhandlungen im Rahmen des sogenannten Pforzheimer Verfahrens. Dem widersprach der IG-Metall-Bezirk Küste: Man wolle verhandeln, habe dafür eine Tarifkommission gebildet und Forderungen aufgestellt und der Werft auch Termine vorgeschlagen, sagte ein Sprecher in Hamburg.

Die größte deutsche Werft steckt in Schwierigkeiten, weil die Kreuzfahrtbranche selbst nach dem Ende der Corona-Pandemie über Jahre hinaus kaum neue Schiffe braucht. Das Unternehmen streckt seinen Auftragsbestand und liefert die Schiffe bis 2025 langsamer aus.

„Die Meyer-Werft wird in den nächsten Jahren 40 Prozent weniger Arbeit haben“, sagte Geschäftsführer Bernard Meyer einer Mitteilung zufolge. „Das bedeutet zwangsläufig eine Anpassung der Mitarbeiterzahl.“

Nach früheren Angaben muss Meyer 1,2 Milliarden Euro einsparen. Von den 4500 Jobs bei der Werft und bei Tochterfirmen in Papenburg sollen 660 wegfallen - unter der Voraussetzung, dass jeder der verbleibenden Belegschaft noch 200 unbezahlte Arbeitsstunden im Jahr leistet. Der Betriebsrat und die IG Metall sperren sich gegen betriebsbedingte Kündigungen. Sie fordern, weniger Arbeit an Werkvertragsfirmen auszulagern.

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Weil sich beide Seiten nicht einigen konnten, hatte die Firmenleitung ein Verfahren nach dem Pforzheimer Abkommen eingeleitet. Es gibt Firmen die Möglichkeit, in Notsituationen Abweichungen vom Flächentarifvertrag auszuhandeln. Ansprechpartner ist die Gewerkschaft, die den Vertrag geschlossen hat. Für die Meyer-Werft ist das der IG-Metall-Bezirk Küste. Auch der Arbeitgeberverband Nordmetall ist beteiligt.

In dem Verfahren wurde ein Gutachten zur Lage des Unternehmens erstellt. Dieses habe eindeutig ergeben, dass „erheblicher Handlungsbedarf“ bestehe, teilte die Werft mit. Auch der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem sagte, natürlich solle verhandelt werden. Eine der Forderungen sei, dass nicht weiter Teile der Arbeit an tarifliche schlechter gestellte Tochterfirmen ausgelagert werden.

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