MüNCHEN /BERLIN Mehr als 55 Prozent der Internetnutzer greifen auch online auf ihr Bankkonto zu – das ist die Erkenntnis des Bundesverbandes deutscher Banken in Berlin. Fast die Hälfte traut sich an Bankgeschäfte per Online-Abwicklung aber immer noch nicht heran. Dabei lässt sich für Online-Banker nicht nur der Gang in die Filiale sparen – auch Gebühren lassen sich vermindern. Und kompliziert ist die Verwaltung über den heimischen Rechner auch nicht mehr.

Dass man nicht nur Bequemlichkeit gewinnt, sondern auch eine Menge Zeit und Geld sparen kann, sei vielen Skeptikern bisher nicht klar, sagt die Finanzberaterin Stefanie Kühn aus Grafing bei München. Bei Überweisungen oder Aktienkäufen über das Internet entfallen oder minimieren sich häufig die Gebühren, die Filialbanken in unterschiedlicher Höhe dafür beanspruchen.

Viele Kunden fühlen sich aber nicht gut genug über den Verlauf beim Online-Banking informiert, sagt Stefanie Kühn, die zu dem Thema einen Ratgeber geschrieben hat. Dabei ist das Grundsätzliche schnell erklärt: Wer bei seiner Hausbank die Einrichtung eines virtuellen Bankschalters beantragt oder bei einer reinen Direktbank ein Konto hat, öffnet zunächst die Internetseite des Kreditinstituts. Dort findet sich auf der Startseite ein Feld, z.B. „persönlicher Bereich“, auf dem sich der Kunde mit einem Passwort einloggen kann – so gelangt er auf einen verschlüsselten Teil der Seite.

Sebastian Spooren vom Institut für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen weist darauf hin, dass jeder Nutzer selbst kontrollieren kann, ob die Verbindung an dieser Stelle sicher ist: „Man erkennt das an dem „s“ hinter dem „http“ in der Adresszeile“, erklärt er – die Adresse beginnt also mit „https“ statt „http“. Je nachdem, nach welchem Verfahren das Kreditinstitut die Bankgeschäfte über das Internet abwickelt, gibt es dann mehrere Möglichkeiten, wie es weiter geht, bis hin zur Kombination des PC mit der Bankkarte.

Am weitesten verbreitet ist derzeit das „PIN/TAN-Verfahren“, sagt Kerstin Altendorf vom Bundesverband deutscher Banken. Hinter dem Kürzel „PIN“ verbirgt sich die „Persönliche Identifikationsnummer“, also eine Zahlenabfolge oder ein Passwort, mit dem Kunden ihren virtuellen Bankschalter betreten. Um von dort aus in wenigen Minuten Überweisungen zu tätigen oder Wertpapiere zu kaufen, müssen sie aber auch im Besitz einer „TAN“ sein, einer „Transaktionsnummer“.

Früher bekamen Online-Bankkunden dazu eine lange Liste mit vielen TANs. „Heute geht der Trend zur iTAN“, sagt Kerstin Altendorf. Dabei sind die einzelnen Transaktionsnummern wiederum mit einer Nummer versehen. Für jede Überweisung wird der Kunde aufgefordert, eine ganz bestimmte Nummer von der Liste einzugeben, um den Auftrag freizugeben. Das sei sicherer als früher.

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Noch sicherer sei das mTAN-Verfahren, sagt Spooren. Dabei werde für jeden Vorgang individuell eine TAN per SMS an die Mobilfunknummer des Kontoinhabers gesendet. Dass andere an diese Zahlenfolge gelangen, ist laut Spooren „sehr unwahrscheinlich und schwierig“. Wichtig sei, sich an die jeweiligen Sicherheitsrichtlinien seiner Bank zu halten, mahnt Altendorf.

www.bankenverband.de

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