OLDENBURG Drei unterschiedliche Vorstandssprecher seit 2008: Die Oldenburgische Landesbank (OLB) hat schon ruhigere Zeiten an der Spitze erlebt. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Dr. Jörg Bleckmann und dem kurzem Intermezzo von Bernd Span musste jetzt auch Benedikt Buhl nach gerade einmal etwas mehr als zwei Jahren seinen Posten räumen.

Der 51-Jährige hatte am Donnerstag den Aufsichtsrat gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Ab 1. August löst ihn Dr. Achim Kassow (44), bislang Vorstand bei der Commerzbank, ab, wie die Regionalbank am Donnerstagabend mitteilte. Bis Ende Juli übernimmt Dr. Peter Schinzing, stellvertretender Vorstandssprecher, kommissarisch die OLB-Leitung.

Für viele Außenstehende kam der Schritt überraschend und löste teils auch Betroffenheit aus. Denn Buhl hatte sich rasch in Oldenburg eingelebt, und sich in der Region engagiert, unter anderem für das Staatstheater und die European Medical School.

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Gerätselt wurde einen Tag nach der Entscheidung vor allem über die Gründe für den Wechsel an der Spitze. In der offiziellen Mitteilung war von „unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung der Bank“ die Rede.

Weder die OLB selbst noch der Hauptanteilseigner, der Münchner Versicherungskonzern Allianz (Anteil: 89,6 Prozent), äußerten sich am Freitag näher zu den Gründen. „Wir halten die OLB als große Regionalbank für hervorragend positioniert“, sagte Allianz-Sprecher Lothar Landgraf lediglich grundsätzlich.

Wie aus Branchenkreisen zu erfahren war, war es dennoch vor allem der Allianz-Konzern, der die Ablösung von Buhl vorangetrieben hatte. Offenbar war man in München nicht zufrieden mit der Entwicklung der Allianz-Bank. 2009 war das zuvor bei der Dresdner Bank beheimatete Bankgeschäft des Versicherers mit einigen hunderttausend Kunden bei der OLB integriert worden. Kritiker bemängelten allerdings auch, dass es teilweise schwierig gewesen sei, aus Versicherungsvertretern Bankmanager zu machen.

In Branchenkreisen hieß es zudem, dass Buhl die OLB etwas von der Struktur als Regionalbank habe lösen wollen, und das Geschäft erweitern wollte. Dies sei in München skeptisch gesehen worden.

Völlig überraschend und kurzfristig kam der Wechsel an der Spitze indes nicht. Dies wird schon daran deutlich, dass am Donnerstagabend nicht nur die Ablösung Buhls bekanntgegeben, sondern mit Kassow gleich auch schon ein Nachfolger präsentiert wurde. Der 44-Jährige, gebürtig aus Hannover, war seit 2004 Vorstand bei der Commerzbank. Zwischenzeitlich hatte er dort das Privatkundengeschäft geleitet, war aber im Herbst 2010 entmachtet worden und verantwortete zuletzt nur noch das Osteuropa-Geschäft.

Als Vorzug, gerade auch mit Blick auf die Allianz-Bank, sehen Branchenexperten die Erfahrungen Kassows im Direktbankengeschäft. So war er vor seiner Zeit bei der Commerzbank unter anderem Vorstandschef der Comdirect Bank und im Vorstand der Deutsche Bank 24 AG.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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