Oldenburg Das Oldenburger Land ist in gutem Zustand, die Stimmung in Wirtschaft ist auf einem langjährigen Hoch – und so laufen auch die Geschäfte der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) gut, wie am Freitag bei der Bilanz-Pressekonferenz deutlich wurde. Man habe das Jahr 2017 „trotz großer Herausforderungen sehr erfolgreich gemeistert“, meinte Vorstandsvorsitzender Gerhard Fiand. Das Gesamtbild biete eine „sehr schöne Ansicht“.

So werde in der regionalen Wirtschaft zurzeit kräftig investiert – und zwar auch zunehmend in Wachstumsprojekte. Firmenkundenkredite trugen denn auch wesentlich zum starken Kreditwachstum der LzO um 4,5 Prozent auf 7,51 Milliarden Euro bei.

Noch stärker wuchsen die Kundeneinlagen (plus 6,9 Prozent auf 7,21 Milliarden Euro), die eine wichtige Basis für die Kreditvergabe sind. Die Zunahme der Einlagen sieht man allerdings angesichts der „Strafzinsen“ der Zentralbank EZB teils mit gemischten Gefühlen.

Geld kostet Geld

Wie im Finanzsektor üblich, parkt die LzO flüssige Mittel bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Die berechnet einen „Strafzins“ von 0,4 Prozent. Dafür entrichtete die Sparkasse 2017 rund 900 000 Euro, so Vorstandschef Fiand.

Das Wachstum von Einlagen sieht man vor diesem EZB-Hintergrund mit gemischten Gefühlen. Mit ersten Firmenkunden (mit hohen Beträgen auf dem Konto) wurde bereits ein „Verwahr-Entgeld“ vereinbart, hieß es. So wird ein Teil des EZB-Strafzinses wieder hereingeholt. Für private Sparer ist das bisher kein Thema.

LzO-Kunden hätten das gute Börsenjahr 2017 aber auch für weitere Neuanlagen genutzt, so der Vorstand mit Blick auf den Wertpapierbereich. Bei den Umsätzen in den LzO-Depots und den Depots beim Partner Deka-Bank ergab sich ein Saldo bei der Netto-Ersparnisbildung von 135,4 Millionen Euro (ohne institutionelle und Einmal-Umsätze). „Da es im Zinsbereich keine attraktiven Alternativen gibt, wird der Trend zur Anlage in Wertpapieren weiter anhalten“, wird erwartet.

Stark entwickelte sich vor dem Hintergrund des Immobilien-Booms auch die betreffende LzO-Sparte. Die Wert-Summe der verkauften Objekte stieg um 7,6 Millionen Euro auf 108,3 Millionen Euro. Es hätte auch noch mehr werden können, wenn man denn mehr Objekte zur Verfügung gehabt hätte, hieß es. Die Nachfrage sei „weiter hoch“. Die LzO trete daher auch selbst als Bauherr auf. Die Tochterfirma IDB Oldenburg unterstütze zudem Kommunen bei der Erschließung neuer Baugebiete. Die IDB habe bereits mehr als 1350 Baugrundstücke erschlossen. Aktuell seien 15 Baugebiete in Planung und Bearbeitung.

Rückläufig waren dagegen die Volumina bei vermittelten Lebensversicherungen und Sachversicherungen, bei denen die LzO ein zentraler Vertriebspartner der Öffentlichen Versicherung Oldenburg ist, sowie auch bei Bausparverträgen. Partner ist hier die LBS, deren Geschäftspolitik weniger auf kleine Verträge ausgerichtet ist als zuvor. Die neue Bausparsumme sank um 10,1 Prozent.

Weiterhin sehr erfolgreich ist die LzO nach eigener Einschätzung bei der Spezial-Finanzierungsform des Leasings (im Neugeschäft plus 88 Prozent auf 95,3 Millionen Euro). Hier liege man landesweit vorn und bundesweit in der Gruppe der vier stärksten Sparkassen.

Was brachten die Geschäfte ein? Durchaus ungewöhnlich für die von der EZB-Niedrigzinspolitik bedrängte Branche ist die Steigerung des Zinsüberschusses – als maßgeblicher Ertragssäule – um 3,8 Prozent auf 160,8 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss (gespeist u.a. aus Vermittlungsgebühren) wuchs um 12,7 Prozent auf 56,8 Millionen Euro. Zugleich gelang es, die Verwaltungskosten zu senken (minus 0,7 Prozent auf 141,9 Millionen Euro). Unterm Strich weist die LzO einen Überschuss von 20 Millionen Euro aus – in mehrjähriger Tradition, und mit Ziel der Eigenkapitalstärkung. Dies wird seit Jahren regelmäßig von den Jusos im Oldenburger Münsterland kritisiert.

Mit Blick auf neue Technologien und sich veränderndes Kundenverhalten meinte Fiand, die LzO entwickele sich zum „Omnikanal-Anbieter“. Neu gestartet worden sei eine „Business Line“, bei der sich kleinere Unternehmen von 8 bis 20 Uhr auch per Video-Chat beraten lassen können. Die Arbeits-Zeiten kämen besonders auch kleineren Gewerbetreibenden entgegen.

Zum Filialnetz hieß es, dass es aktuell „kein Schließungsprogramm“ für Filialen gebe. Die Zahl der Standorte sei 2017 mit 111 unverändert geblieben. Dies könnte auch 2018 so bleiben. Eine völlig neue Filiale gibt es in Friedrichsfehn. Einige Bewegung hat es bei Öffnungszeiten gegeben. Manche Filialen sind nur an bestimmten Tagen bzw. Zeiten geöffnet. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, „was der Kunde tut“.

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Immer häufiger erreichen Mitarbeiter aus der Zentrale die Standorte in der Fläche mit Elektroautos, wie der Vorstand (Mitglieder neben Fiand sind Michael Thanheiser, Olaf Hemker und Jürgen Rauber) erklärte. Man habe fünf E-Autos. Die Zahl der Ladestationen solle bis Jahresende von 19 auf 30 steigen.

Einmal mehr betonte die LzO ihr Engagement in der Region: Mit 5,3 Millionen Euro seien 835 Projekte gefördert worden. Hinzu kämen drei Millionen Euro für Regionalstiftungen.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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