Oldenburg Die „neue“ OLB ist längst mehr als eine Regionalbank für das Weser-Ems-Gebiet. Das unterstreicht auch ein jetzt bekannt gewordenes größeres Immobilienkreditgeschäft. Demnach hat die Oldenburgische Landesbank (OLB) Ende April von der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA) ein Wohnungsbaukreditpaket gekauft. „Das Portfolio von 2655 Immobiliendarlehen der ehemaligen WestLB umfasst ein Kreditvolumen von rund 100 Millionen Euro“, bestätigte eine OLB-Sprecherin jetzt auf Anfrage unserer Zeitung.

Die EAA, eine teilrechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts, war Ende 2009 errichtet worden, um von der gescheiterten Landesbank WestLB übernommene Risikopositionen und nicht fortzuführende Geschäftsbereiche möglichst verlustmindernd abzubauen. Gelegentlich wird die Erste Abwicklungsanstalt auch als „Bad Bank“ bezeichnet, was sie nach eigenen Angaben aber nicht ist.

Der Kauf stehe noch „unter dem Vorbehalt umwandlungsrechtlich erforderlicher Maßnahmen“, sagte die OLB-Sprecherin weiter. Der Abschluss des Verkaufs werde im dritten Quartal dieses Jahres erwartet.

Ausdrücklich widersprach die OLB-Sprecherin einem Bericht des Online-Portals „juve.de“, dass dieser Kauf ein Schritt hin zu „riskanteren Geschäften“ sei. „Baufinanzierungen für private Kunden gehören für die OLB ganz klar unter sehr konservativen Risikogesichtspunkten zum Kerngeschäftsfeld mit privaten Kunden, in dem wir eine hohe Kompetenz in der Betreuung vorweisen können“, sagte sie.

Im Zuge der Neuaufstellung hat die OLB vier strategische Geschäftsfelder aufgebaut. Neben Privat- und Geschäftskunden sind dies Private Banking und Wealth Management, Firmen- und Unternehmenskunden sowie Spezialfinanzierungen. Im Sommer 2017 war die Oldenburgische Landesbank von der Bremer Kreditbank (BKB) übernommen worden. Ein Jahr später verschmolzen beide Institute. Auch das zuvor bereits übernommene Bremer Bankhaus Neelmeyer gehört zu dieser „neuen“ OLB. Hinter der Bank stehen als Anteilseigner die Finanzinvestoren Apollo und Grovepoint Capital sowie der US-Pensionsfonds TRS.

OLB-Vorstandschef Axel Bartsch hatte zuletzt deutlich gemacht, dass die Bank unter ihren neuen Eignern auch das Geschäft mit Spezialfinanzierungen, dazu gehören etwa gewerbliche Immobilienfinanzierungen und der Bereich Akquisitionsfinanzierung, deutlich ausbauen will. Gegenüber dem Magazin „Capital“ hatte er gesagt, dass er sich hier durchaus eine Verdopplung des Volumens von zwei auf künftig vier Milliarden Euro vorstellen könne. Nicht wenige Finanzexperten schätzen das Geschäft mit Spezialfinanzierungen als lukrativer, aber auch als riskanter als das gewöhnliche Kreditgeschäft ein.

Bei der OLB sieht man das anders. „Die Aussage, dass Spezialfinanzierungen riskanter sind, ist nur theoretisch richtig“, sagte die Bank-Sprecherin. „Bei entsprechendem Know-how kann auch bei den Strukturen dieser Finanzierungen das Kreditrisiko gut gemanagt und kontrolliert werden.“

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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