Oldenburg Die EWE geht den ersten offiziellen Schritt bei der Suche nach einem strategischen Investor. Wie der Oldenburger Energie- und Telekommunikationskonzern am Donnerstag mitteilte, hat das Bieterverfahren für einen Minderheitsanteil von 26 Prozent an der EWE AG jetzt begonnen. Bis 21. März, 12 Uhr, seien potenzielle Bieter aufgerufen, ihr Interesse bei dem mit der Transaktion mandatierten Finanzberater Citigroup zu hinterlegen - und zwar per Mail unter: InterestInEWE@citi.com.

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Wie EWE mitteilte, soll der Verkaufsprozess voraussichtlich im Laufe dieses Jahres abgeschlossen sein. Als Verkäufer fungieren die EWE AG und der EWE-Verband, in dem die kommunalen Anteilseigner (21 Städte und Landkreise aus dem Ems-Weser-Elbe-Gebiet) ihre Interessen gebündelt haben. Deren Gremien entscheiden am Ende auch, wer den Zuschlag erhält.

Wer als potenzieller Investor infrage kommt, hatten die EWE-Verantwortlichen zuletzt bewusst offengehalten. „Das Einzige, was heute schon relativ sicher ist, ist dass es ein langfristig orientierter Partner sein soll“, hatte EWE-Vorstandschef Stefan Dohler 2018 im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte als mögliche Interessenten vor allem Infrastruktur- und Pensionsfonds ins Spiel gebracht.

Der Unternehmenswert des EWE-Konzerns wurde zuletzt auf rund 6,2 Milliarden Euro taxiert. Würde man dies als grobe Richtschnur nehmen, könnte der Preis für das 26-Prozent-Paket bei rund 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro liegen.

Bei dem Minderheitsanteil, der zum Verkauf steht, handelt es sich um ein Paket, das über Jahre der Karlsruher Energiekonzern EnBW gehalten hatte. 2016 hatten sich EWE und EnBW auf eine Neuordnung ihre Beteiligungsverhältnisse verständigt. Diese sah u.a. vor, dass sich EnBW schrittweise von seinem 26-Prozent-Anteil an dem Oldenburger Konzern trennt.

Aktuell halten die Karlsruher noch sechs Prozent an EWE, die sie aber im Laufe dieses Jahres an den EWE-Verband abtreten werden. Der EWE-Verband sowie die EWE selbst hatten bereits 2016 jeweils zehn Prozent EWE-Aktien von EnBW erworben. Aktuell halten also die kommunalen Anteilseigner über den Verband 84 Prozent an dem Oldenburger Unternehmen, die EnBW sechs und die EWE selbst zehn.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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