Oldenburg Ungeachtet eines drohenden Gasengpasses sieht die Verkehr- und Wasser GmbH (VWG), die den innerstädtischen Busverkehr in Oldenburg betreibt, den Öffentlichen Personennahverkehr nicht gefährdet. Das Unternehmen setzt seit Jahren ausschließlich auf erdgasbetriebene Busse. Und weil  die VWG zuversichtlich ist, so Prokurist Morell Pre­doehl, „durchgehend mit ausreichenden Mengen versorgt zu werden“, gebe es auch keine Pläne für einen eingeschränkten Fahrplan. Das von den Bussen getankte Bioerdgas werde in Deutschland aus Rest- und Abfallstoffen produziert.

Allerdings rechnet die VWG mit steigenden Fahrpreisen: „Unsere Fahrgäste müssen angesichts der aktuellen Lage zum Jahreswechsel mit einer Preisanpassung rechnen und damit ihren Anteil am weiteren Ausbau des ÖPNV in Oldenburg leisten.“ Derzeit werde über eine Erhöhung zum 1. Januar 2023 beraten. Ziel sei es allerdings, „diese notwendigen Preisanpassungen nach wie vor so moderat wie möglich, aber stetig durchzuführen“.

Predoehl verweist darauf, dass die gesamte ÖPNV-Branche in Deutschland derzeit mit stark steigenden Preisen kämpfe – und noch immer auch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Weniger Passagiere

In Oldenburg lag die Zahl der Passagiere 2021 bei 14,1 Millionen, im letzten Vor-Corona-Jahr 2019 waren es 20,6 Millionen. Preistreiber seien die Steigerung der Inflationsrate und die Steigerung der Arbeitskosten. „Dies spürt auch die VWG. Alle Produkte werden deutlich teurer, und auch die Personalkosten werden deutlich steigen.“ Er verweist darauf, dass es im Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen zwei Jahre lange keine Tarifanpassungen gegeben habe. 

Um auch tatsächlich bei der Gasbelieferung nicht hinten runter zu fallen, ist die VWG noch an anderer Stelle tätig: Im Notfallplan Gas der Bundesnetzagentur sind unter anderem private Endverbraucher und Krankenhäuser als besonders schützenswert genannt und damit vorrangig zu versorgen, der ÖPNV findet sich aktuell noch nicht auf dieser Liste.

Ein Versehen?

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„Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Versehen der Bundesnetzagentur gehandelt hat“, so Predoehl. „Zahlreiche Verkehrsunternehmen erbringen ihre Leistungen mit (Bio-)Erdgasbussen, ganz oder in wesentlichen Teilen – Oldenburg, Augsburg, Marburg und Gießen, um nur einige wenige zu nennen.“

Deshalb habe die VWG „das Thema zwischenzeitlich bei mehreren Verbänden platziert“, so Predoehl. Und er ist sich sicher: „Diese werden dafür Sorge tragen, dass die Einstufungen korrigiert werden, zumal der ÖPNV ja Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist.“

Markus Minten Leitung / Lokalredaktion
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