Oldenburg Mehr junge Menschen im Nordwesten interessieren sich offenbar für systematisches Wertpapier-Sparen mit Fonds. Im ersten Halbjahr seien 4000 „netto“ (nach Abzug von Abgängen) neue Sparverträge eingerichtet worden, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO), Gerhard Fiand, am Freitag. Das sei deutlich mehr als in den Vorjahren, in denen es zuweilen eher um die Hälfte ging. Oft werde etwa der Beginn des Berufslebens für einen Einstieg in einen Sparplan mit Aktien genutzt. „Wer in jungen Jahren damit anfängt, ist auf dem richtigen Weg“, meinte Fiands Stellvertreter Michael Thanheiser. Die LzO hat ca. 50 000 Fondssparverträge im Bestand.

Auch im Zusammenhang mit großen klassischen Sparvermögen meinte Fiand: „Wir empfehlen, für den Vermögensaufbau und die eigene Vorsorge verstärkt in Wertpapiere zu investieren.“ Nur so könne man im aktuellen Zinsumfeld Vermögen sichern und aufbauen. Dazu passt: Die Ersparnisbildung (Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft, ohne institutionelle Kunden) wuchs bis Juni auf fast 45 (Vorjahr: 22) Mio. Euro.

Für die Landessparkasse läuft insgesamt ein weiteres erfreuliches Jahr, wie der Sparkassenchef klarmachte. „Der LzO geht es gut“, sagte er. Man sehe sich auch in einer führenden technologischen Position, so bei Echtzeitüberweisungen und Transfers per Smartphone.

Im LzO-Geschäft wuchsen die Kundenkredite bis Juni um 1,3 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Euro. Ein Motor waren erneut das private Wohnungsbaugeschäft (plus fünf Prozent) diesmal auch die Konsumentenkredite (plus 20 Prozent). Insgesamt wuchsen die Privatkundenkredite um 1,8 Prozent, die Firmenkundenkredite sogar um 2,3 Prozent. Die regionale Wirtschaft sei im Markt, aber auch bei der Eigenkapitalausstattung in sehr guter Verfassung, die Risiken seien relativ gering, meinte Vorstandsmitglied Olaf Hemker. Kleiner Wermutstropfen: Das schwankungsreiche und teils wenig einträgliche Geschäft mit öffentlichen Haushalten schrumpfte um 28,1 Prozent.

Immer größer wird die Summe jener Beträge, die Kunden auf 335 000 privaten und 32 000 geschäftlichen Girokonten oder kurzfristigen Anlagen „horten“. Ende Juni wurden 7,2 Milliarden Euro erreicht – plus 1,4 Prozent.

Fiand stellte klar, dass trotz der Gebühren der Europäischen Zentralbank für geparkte Banken-Gelder (0,4 Prozent) Verwahrentgelte für LzO-Privatkunden „kein Thema“ seien. Man sei aber mit einigen großen Firmenkunden mit hohen Zuflüssen im Gespräch. Unterm Strich überwies die LzO im ersten Halbjahr rund 500 000 Euro an Verwahrgebühren an die EZB und bekam rund 200 000 Euro von Firmenkunden.

Wachstum meldet die LzO aus zentralen Sparten ihres Vermittlungsgeschäftes, wie Bausparen und Lebensversicherung. Im Immobilienbereich etwa stieg das Objektvolumen um 16 Prozent (auf über 62 Millionen Euro).

Für das Gesamtjahr geht Fiand von leicht sinkendem Zinsüberschuss und höheren Provisionseinnahmen aus. Angepeilt wird – wie in Vorjahren – ein Überschuss von rund 20 Millionen Euro.

Am Rande ihres Bankgeschäfts baut die LzO die regionale Infrastruktur für E-Mobilität stark aus. Aus den zurzeit 21 Ladestationen mit EWE sollen bis Jahresende 30 werden, sagte Vorstandsmitglied Jürgen Rauber. 2018 habe es bereits 4000 Ladevorgänge gegeben. Die LzO hat selbst fünf Elektro-BMW im Einsatz.

Rüdiger zu Klampen
Redaktionsleitung
Wirtschaftsredaktion
Hans Begerow
Leitung
Politik/Region

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