Oldenburg Mehr als 4200 neue Arbeitsplätze sind im ersten Halbjahr 2018 in der Industrie des Oldenburger Landes entstanden. Wie die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) am Freitag auf Basis von Zahlen des Landesamtes für Statistik mitteilte, stieg die Industriebeschäftigung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf 69 700.

Auch der Umsatz der Industrieunternehmen (ab 50 Beschäftigte) im Oldenburger Land legte in den ersten sechs Monaten des Jahres zu – allerdings nur unterdurchschnittlich um 0,8 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro. Niedersachsenweit legten die Industrieerlöse um 2,1 Prozent zu.

Die Exporterlöse legten im ersten Halbjahr überdurchschnittlich um 2,3 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zu. Die Exportquote, also der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz, liegt nun bei 26,9 Prozent (Vorjahreszeitraum: 2,5 Prozent).

„Die Indus­triekonjunktur ist im Oldenburger Land zufriedenstellend verlaufen – das Ergebnis wird nur durch einen markanten Ausschlag in Teilen des Fahrzeugbaus getrübt“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters. Konkret: Im Bereich Flugzeug- und Schiffbau, der seinen regionalen Schwerpunkt in der Wesermarsch hat, hatte es im Frühjahr 2017 einen außergewöhnlich hohen Exportumsatz gegeben, was in diesem Jahr in dieser Größenordnung bislang nicht der Fall gewesen ist. An einzelnen Unternehmen wollte und konnte die Kammer diese Entwicklung auf Anfrage aber nicht festmachen.

Auch in der regionalen Betrachtungsweise ist dieser besondere Effekt erkennbar. „Fast alle Städte und Landkreise konnten Umsatzzuwächse verzeichnen“, sagte Peters. Am stärksten legten dabei im ersten Halbjahr die Stadt Oldenburg (plus 8,7 Prozent) sowie die Kreise Ammerland (6,5 Prozent) und Oldenburg (plus 6,1 Prozent) zu. Getrübt wurde die Bilanz durch die Wesermarsch, wo die Indus­trieumsätze um 13,4 Prozent zurückgingen.

Beim Blick auf einzelne Branchen zeigte sich, dass der Maschinenbau (plus 8,6 Prozent) und die Hersteller von Kraftfahrzeugen (plus 7,5 Prozent) im Oldenburger Land im ersten Halbjahr die größten Umsatzzuwächse verzeichnen konnten. Umsatzeinbußen gab es dagegen in der Kunststoffindustrie (minus 2,5 Prozent) und vor allem dem sogenannten sonstigen Fahrzeugbau (minus 18,7 Prozent).

Die Branche mit dem größten Umsatzanteil im Oldenburger Land, das Ernährungsgewerbe, wuchs leicht um 1,2 Prozent. Vor allem angetrieben vom Hochbau konnten auch die regionalen Bauunternehmen zulegen – und zwar um 4,3 Prozent auf 564 Millionen Euro.

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Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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