Oldenburg /Hannover Trotz Zollstreit mit den USA, Brexit-Diskussionen und anderen weltpolitischen Spannungen lassen sich die Unternehmen im Oldenburger Land ihre gute Stimmung nicht kaputtmachen. Wie aus den Ergebnissen der am Freitag vorgestellten Konjunkturumfrage der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) hervorgeht, bewerten mehr als die Hälfte der befragten Firmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut und nur knapp sechs Prozent als schlecht. Der Konjunkturklima-Index, quasi das Stimmungsbarometer der regionalen Wirtschaft, stieg im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Zähler auf 124,8 Punkte.

Optimismus schwindet

Damit entwickelt sich die Stimmungslage im Oldenburger Land gegen den Landestrend. Niedersachsenweit ging der Konjunkturklima-Index im zweiten Quartal um vier auf 120 Punkte zurück. Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen, berichtete von einem „schwindenden Optimismus“ im Land.

Auch in Ostfriesland gab es im zweiten Quartal einen leichten Stimmungsdämpfer. Im Bezirk der IHK für Ostfriesland und Papenburg fiel der Index um zwei auf 115 Punkte.

Im Oldenburger Land ist am Bau die Zufriedenheit zurzeit besonders hoch. „Die Stimmung in der Bauindustrie erreicht neue Rekordwerte“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters. Nach Kammerangaben bezeichnen hier mehr als 80 Prozent der befragten Betriebe ihre derzeitige Lage als gut, kein einziger als schlecht. Fast zwei Drittel der befragten Bauunternehmen geben eine Auftragsreichweite von vier und mehr Monaten an.

Doch auch in anderen Branchen, insbesondere in Industrie, Dienstleistungsgewerbe und Großhandel ist die Zufriedenheit hoch. In der Industrie kamen im zweiten Quartal laut IHK zwar weniger Aufträge aus dem Ausland herein, dafür zog die Inlandsnachfrage kräftig an.

Im Dienstleistungssektor habe sich die Auftrags- und Ertragslage, unter anderem bei Medien- und IT-Unternehmen, im Vergleich zum Vorquartal deutlich verbessert. Unter den Großhändlern im Oldenburger Land berichtete nach IHK-Angaben vor allem der Binnengroßhandel über ein kräftiges Umsatzplus.

Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, hat sich einzig die Stimmung der Einzelhändler wegen nicht überall erreichter Umsatzziele leicht abgekühlt. Sie ist nach Kammerangaben aber nach wie vor gut.

Auf für die nähere Zukunft geben sich die Unternehmen zuversichtlich. „Die Erwartungen an die kommenden Monate sind trotz der Verschärfung von Handelskonflikten robust“, sagte Peters. 21 Prozent der befragten Betriebe rechnen demnach mit einer eher günstigen Entwicklung, 14 Prozent mit einer eher ungünstigen Entwicklung. Der Saldo fiel mit 6,7 Punkten allerdings etwas geringer aus als im Vorquartal (10,2).

Auch hier sei es einzig der Einzelhandel, der etwas skeptischer in die Zukunft blickt, heißt es bei der IHK. Als Gründe nennt die Kammer den Wettbewerbsdruck durch den Onlinehandel, bürokratische Hürden, etwa die Dokumentationspflichten bei Minijobs, sowie mögliche Fahrverbote in Innenstädten.

Steigende Beschäftigung

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Für Zuversicht in den anderen Branchen sorge dagegen vor allem die hohe Inlandsnachfrage und die gute Konjunktur in den europäischen Nachbarländern. Angesichts dieser guten Ausgangslage gehen die befragten Firmen in den kommenden Monaten auch von steigenden Investitionen und einer weiter zunehmenden Beschäftigung aus. „Der regionale Mittelstand behält trotz der sich zuspitzenden Handelsbeschränkungen noch einen kühlen Kopf“, meinte Peters.

Als größte Herausforderung sehen die Unternehmen branchenübergreifend die Rekrutierung geeigneter Fachkräfte an. Dieses Thema nennen 64 Prozent der befragten Betriebe. Als weitere Hemmnisse werden die Arbeitskosten und die zunehmende Bürokratiebelastung erwähnt.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.