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Oldenburg /Frankfurt Im Nordwesten ist seit der Jahrtausendwende fast jede vierte Bankfiliale geschlossen worden. Wie aus einer Berechnung dieser Zeitung auf Basis einer Studie der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht, hat sich zwischen 2000 und 2015 die Zahl der Zweigstellen im Oldenburger Land und Ostfriesland von 728 auf 555 verringert – ein Rückgang um 173 bzw. nahezu 24 Prozent.

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Der Rückgang fiel dabei etwas niedriger als im Bundesschnitt. Bundesweit gingen nach Angaben der KfW zwischen 2000 und 2015 fast 10.200 der damals noch gut 38.000 Standorte verloren – ein Minus von 27 Prozent.

Der Untersuchung zufolge bauen alle Kreditinstitutstypen – Privatbanken, Sparkassen, Genossenschaftsinstitute – in ähnlichem Umfang ab. Zuletzt hätten die Geldinstitute beim Rückbau der Filialnetze noch einmal einen Gang höher geschaltet, heißt es bei der KfW. Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung sei der Ausbau der Onlineangebote von Banken. Insgesamt liege Deutschland bei der Filialdichte mit durchschnittlich 3,5 Zweigstellen pro 10.000 Einwohner aber noch im europäischen Mittelfeld.

Im folgenden soll nun auf die Entwicklung in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten im Nordwesten eingegangen werden. Grundlage der KfW-Studie ist das „Hoppenstedt Banken-Ortslexikon“. Berücksichtigt wurden für die Studie nur reguläre Bankfilialen (mit Mitarbeitern ausgestattet und Vollzeit geöffnet). Servicecenter, Zahlstellen oder Bankbusse wurden nicht berücksichtigt.

Ammerland

In keinem anderen Landkreis im Nordwesten wurden relativ gesehen mehr Bankfilialen seit der Jahrtausendwende geschlossen als im Ammerland. Gab es im Jahr 2000 noch 60 Zweigstellen, waren es 2015 nur noch 35 – ein Rückgang um 42 Prozent. Auch die Filialdichte fällt mit 2,93 Standorten je 10 000 Einwohner eher niedrig aus.

Kreis Aurich

Im Landkreis Aurich hat sich die Zahl der Bankstandorte zwischen 2000 und 2015 um 22 Prozent verringert – von 97 auf 76. In keinem anderen Kreis in der Region gibt es mehr Filialen. Die Filialdichte ist mit 4,05 Zweigstellen je 10 000 Einwohner über dem bundesweiten Schnitt.

Kreis Cloppenburg

Im Kreis Cloppenburg fiel das Filialsterben seit der Jahrtausendwende unterdurchschnittlich aus. Von den 79 Filialen, die es im Jahr 2000 noch gab, wurden bis 2015 14 aufgegeben – ein Rückgang um 18 Prozent. Die Filialdichte ist mit einem Wert von 4,03 über dem Durchschnitt.

Delmenhorst

Delmenhorst hat zwischen 2000 und 2015 vergleichsweise starke Einbußen hinnehmen müssen. Gab es zur Jahrtausendwende noch 31 Zweigstellen, waren es 15 Jahre später nur noch 20 – ein Rückgang um 35 Prozent. Die Filialdichte ist mit 2,69 Standorten je 10 000 Einwohner die niedrigste im Nordwesten.

Emden

Die Stadt Emden ist das einzige Gebiet im Nordwesten, in der die Zahl der Bankfilialen konstant geblieben ist. Im Jahr 2000 gab es den Angaben zufolge 20 Zweigstellen in der Stadt und im Jahr 2015 ebenfalls noch. Die Filialdichte ist mit einem Wert von 4,01 über dem Durchschnitt.

Friesland

Vergleichsweise viele Bankfilialen wurden seit der Jahrtausendwende in Friesland geschlossen. Die Zahl verringerte sich von 57 auf 40 – ein Rückgang um 30 Prozent. Die Filialdichte war mit einem Wert von 4,12 aber immer noch überdurchschnittlich.

Kreis Leer

Im Kreis Leer lag der Filialrückgang ziemlich genau im bundesweiten und regionalen Durchschnitt. Zwischen 2000 und 2015 sank die Zahl der Standorte von 93 auf 69 – ein Rückgang um 26 Prozent. Die Filialdichte ist mit 4,17 Zweigstellen je 10 000 Einwohner in dem Landkreis noch vergleichsweise hoch.

Stadt Oldenburg

In der Stadt Oldenburg verringerte sich die Zahl der Filialen seit der Jahrtausendwende von 62 auf 49 – ein leicht unterdurchschnittliches Minus von 21 Prozent. Unterdurchschnittlich ist aber auch die Filialdichte: Auf 10 000 Einwohner kamen 2015 in der Stadt 3,06 Bankstandorte.

Kreis Oldenburg

Eher gering fiel das Filialsterben zwischen 2000 und 2015 im Kreis Oldenburg aus. Gab es 2000 noch 42 Zweigstellen, waren es 15 Jahre später 34 – ein Rückgang um 19 Prozent. Die Filialdichte war 2015 mit 2,69 Standorten je 10 000 Einwohner aber auch so niedrig wie sonst im Nordwesten nur noch in Delmenhorst.

Kreis Vechta

Der Kreis Vechta sticht in Sachen Filialschließungen nicht besonders hervor. Zwischen 2000 und 2015 sank die Zahl der Zweigstellen von 59 auf 46 – ein Minus um durchschnittliche 22 Prozent. Auch bei der Filialdichte liegt der Landkreis mit einem Wert von 3,40 im Mittelfeld.

Wesermarsch

In der Wesermarsch gab es 2015 insgesamt zwölf Filialen weniger als im Jahr 2000 (43 statt 55). Der Rückgang betrug hier durchschnittliche 22 Prozent. Mit 4,84 Standorten je 10 000 Einwohner wies die Wesermarsch allerdings 2015 die höchste Filialdichte im Nordwesten auf.

Wilhelmshaven

In der Stadt Wilhelmshaven gab es 2015 den Angaben zufolge noch 32 Bankfilialen – zehn weniger als 15 Jahre zuvor. Der Rückgang fiel mit 24 Prozent durchschnittlich aus. Vergleichsweise hoch war 2015 noch die Filialdichte mit einem Wert von 4,23.

Kreis Wittmund

Vergleichsweise gering fiel das Filialsterben im Landkreis Wittmund aus. Gab es im Jahr 2000 noch 31 Zweigstellen, waren es 2015 noch 26 – ein Rückgang um 16 Prozent. Mit 4,60 Standorten je 10 000 Einwohner war die Filialdichte hinter der Wesermarsch die zweithöchste in der Region.