Oldenburg „Virtuelle Währungen sind langfristig sehr vielversprechend“, glaubt der einstige US-Notenbankchef Ben Bernanke. „Bitcoin sollte verboten werden“, meint Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Wohl über kaum ein Wirtschaftsthema ist zuletzt so kontrovers diskutiert worden, wie über Kryptowährungen.

Bei einer Diskussionsrunde im Porsche Zentrum Oldenburg sprachen Experten jetzt vor rund 130 Gästen über Fluch und Segen von Bitcoin und Co. Aus Sicht von Heiko Droste, Geschäftsführer der veranstaltenden Brüdern + Eisert Vermögensverwaltungs GmbH aus Oldenburg, können Kryptowährungen langfristig durchaus eine „Alternative zu etablierten Zahlungssystemen“ sein. Das gelte insbesondere für Länder, die über keine gut ausgebaute Zahlungsinfrastruktur verfügten oder dort, wo Bürger nur wenig Vertrauen in die eigene Währung hätten.

Aktuell kommen Kryptowährungen aus Sicht von Droste für Vermögensverwaltungen indes nicht in Betracht: „Die Volatilität macht den Einsatz in Vermögensverwaltungsstrategien zurzeit unmöglich.“ Auch seien die „Störfaktoren“ für eine rechtssichere Vermögensverwaltung (noch) zu hoch.

Aus seiner Sicht sind „klare regulatorische Rahmenbedingungen notwendig“. Auch bedürfe es einer „konsequenten Aufsicht“ sowie mehr Aufklärung und Transparenz. „Zudem muss verhindert werden, dass Kryptowährungen für illegale Geschäfte genutzt werden können“, sagte Droste.

Dass aber zumindest das hinter vielen Kryptowährungen stehende „Blockchain“-Konzept zu den großen Innovationstrends gehört, machten Prof. Dr. Leo Brecht und Dr. Julian Kauffeldt deutlich. Die beiden Vertreter des Investment-Forschungsunternehmens Alpora zeigten auf, was Innovationen wirklich sind.

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„Innovation ist vielschichtig“, so Kauffeldt. Eine Innovation müsse nicht nur etwas Neues darstellen, sondern auch einen Nutzen oder Vorteil mit sich bringen und tatsächlich umgesetzt werden.

„Innovative Unternehmen sind erfolgreicher“, sagte Brecht. Doch um die Innovationskraft eines Unternehmens zu messen, reiche es nicht aus, nur auf die Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder die Zahl der Patente zu schauen. Stattdessen müssten mehrere Input- und Outputgrößen betrachtet werden. Und mit Blick auf die Zukunft müsse man zudem, schauen, inwieweit Unternehmen sich schon mit großen Innovationstrends, wie Big Data, 3D-Druck, Künstlicher Intelligenz oder eben Blockchain beschäftigten.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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