Oldenburg Seit 100 Jahren setzt sich der Arbeitgeberverband (AGV) Oldenburg für die Belange von Unternehmern ein, möchte vernetzen und sieht sich als Interessenvertreter der Wirtschaft in der Region. Seit der Verbandsgründung hat der AGV schon einiges erlebt und überstanden: Kriege, Revolutionen, die zeitweise Auflösung des Verbandes unter den Nationalsozialisten, die Nachkriegszeit, aber auch Wirtschaftswunder. All das wurde nun in der Chronik 100 Jahre AGV auf 120 Seiten zusammengefasst, die am Montag in Oldenburg vorgestellt wurde.

Von 32 zu fast 600 Mitgliedern

Es war der 28. August 1919, kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs, als 32 Unternehmer angesichts einer drohenden Enteignung ihrer Betriebe im Zivilkasino Oldenburg den „Industrie- und Arbeitgeberverband für den Freistaat Oldenburg e.V.“, den Vorläufer des heutigen Arbeitgeberverbandes (AGV) Oldenburg, gründeten. Nach der Überführung des Verbandes in die Deutsche Arbeitsfront im Jahr 1935 erfolgte 1949 die Neugründung. Inzwischen hat der AGV rund 600 Mitglieder, darunter etwa mit dem Stahlwerk Augustfehn und den Norddeutschen Seekabelwerken auch noch einige Gründungsmitglieder. Damit ist der AGV der größte Unternehmerverband in Nordwest-Niedersachsen.

Es sei gewissermaßen der Abschluss eines bewegten Jahres, in dem es für den AGV viel zu feiern gegeben habe – unter anderem bei der Jubiläumsfeier im Park der Gärten in Bad Zwischenahn (Kreis Ammerland). „Wir haben bewegte Zeiten hinter uns“, sagte AGV-Vorsitzender Jörg Waskönig. Man habe die Chronik bewusst in mehrere Teile untergliedert. Die Auflage liegt bei 1000 Stück, im Januar 2020 soll der Band außerdem online abrufbar sein, erklärt Waskönig. Eine Übersicht:

Teil 1

Der erste Teil der Chronik befasst sich mit der Geschichte des Verbandes. Gegründet wurde der Vorläufer des AGV, der sogenannte „Industrie- und Arbeitgeberverband für den Freistaat Oldenburg e.V.“, am 28. August 1919, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Zwischenzeitlich musste der Verband aufgelöst werden und ging in „Die Deutsche Arbeitsfront“ über, erklärte AGV-Hauptgeschäftsführer Jürgen Lehmann.

Teil 2

Im zweiten Teil geht es um die Arbeit nach der Neugründung im Jahr 1949 und den Verbandsgemeinschafts-Charakter, erklärte Irina Börchers, beim AGV zuständig für die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Bildung. Als Beispiel für gute Zusammenarbeit nannte sie die „Wirtschaftliche Vereinigung der Kleine Kreis“, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, drängende Reformthemen anzusprechen und öffentliche Diskussionen darüber anzustoßen. Aber auch sonst stehe das Netzwerken im Zentrum des Verbandes, erklärte sie. Außerdem kommen mehrere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der Chronik zu Wort, unter anderen Horst Milde, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg sowie ehemaliges Mitglied des Niedersächsischen Landtages.

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Teil 3

Der dritte Teil der Chronik widmet sich den Aufgaben und Funktionen des Verbandes sowie einem Ausblick auf die künftigen Herausforderungen, erklärte AGV-Geschäftsführer Dirk Heitkötter. Die Arbeitswelt habe sich gewandelt und ebenso der AGV, um sich Themenfeldern wie der Digitalisierung, neuen Formen der Arbeit oder den Folgen des demografischen Wandels zu widmen. Zu den Aufgaben des AGV zählen laut Heitkötter unter anderem die betriebsspezifische Betreuung, etwa bei Fragen zum Arbeitsrecht, der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, der Kontakt zu Bildungseinrichtungen sowie das Netzwerken. Seit 2014 gibt es das Marketingforum, der Kontakt zu Hochschulen bestehe seit den 1990er Jahren. Außerdem wird der Wettbewerb „Kompass Kurs Erfolg“, in dem Azubis für besonderes Engagement geehrt werden, in der Chronik erwähnt.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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