Oldenburg /Aurich Eine Zeit im Ausland verbringen – das ist auch für immer mehr Auszubildende ein Thema geworden, auch im Nordwesten. Das ist auch die Erfahrung bei den Handwerkskammern (HWK) in Oldenburg und Aurich, die bei der Koordination teils kooperieren.

Ein Hintergrund: „Viele Unternehmen arbeiten mittlerweile international. Da sind Fachkräfte, die Erfahrungen im Ausland gesammelt haben und eine Fremdsprache sprechen, sehr wertvoll. Sie lernen andere Kulturen und andere Arbeitsweisen kennen und können diese Erfahrungen im heimischen Betrieb anwenden“, sagt HWK-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke.

Erfahrungen im Ausland sammeln, andere Kulturen kennenlernen – da dachte man traditionell eher an Studenten, heißt es bei der HWK Oldenburg. Doch mit dem Projekt „Berufsbildung ohne Grenzen“ würden seit zehn Jahren auch Auslandspraktika für Auszubildende gefördert.

Das Projekt wurde mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und den Industrie- und Handelskammern 2009 vom Bundesarbeitsministerium ins Leben gerufen. Ziel war, die Zahl der Auslandsaufenthalte von Auszubildenden zu erhöhen, den internationalen Austausch zu stärken und die berufliche Bildung aufzuwerten. Mittlerweile wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziell unterstützt.

Die Oldenburger Kammer ist seit Projektbeginn dabei und hat seitdem 400 Auslandsaufenthalte für Auszubildende organisiert – mit einer deutlichen Steigerung in den letzten Jahren. „Wir merken, dass sich der Ausbildungsmarkt geändert hat“, erklärt Kirsten Grundmann die starke Nachfrage nach Auslandspraktika. Sie ist Mobilitätsberaterin der Kammer und unterstützt die Betriebe bei der Organisation und Durchführung. „Die Betriebe suchen nach Anreizen für Auszubildende, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Dazu gehört auch zum Beispiel, für gute Leistungen ein Praktikum im Ausland in Aussicht zu stellen.“

Ein Betriebs-Beispiel, das die Oldenburger Kammer nennt: Waldemar Cappek, Ausbilder im Autohaus Ford Brau in Oldenburg: „Wir verlangen von einem Auszubildenden, dem wir ein Praktikum im Ausland anbieten, ein entsprechendes Interesse und angemessene Leistungen sowohl in der Schule als auch im Betrieb. Außerdem sind uns Eigenverantwortung und Disziplin wichtig“, heißt es dort. Cappek ist mittlerweile schon ein „alter Hase“ beim Thema Auslandsaustausch.

Er hat schon drei Praktikanten aus Schweden und zwei aus Frankreich betreut und konnte dieses Jahr seinen Auszubildenden Daniel Zarecki zum Gegenbesuch nach Skandinavien schicken. „Es bereitet uns jedes Mal Freude, Praktikanten aus anderen Ländern aufzunehmen. Wir sind immer neugierig, etwas über die allgemeinen Arbeitsabläufe und Arbeitsweisen der anderen Länder zu erfahren.“ Kirsten Grundmann half dem Autohaus dabei, einen Betrieb für Daniel Zarecki in Schweden zu finden und beriet bei Anträgen für Fördergeld.

Die Handwerkskammern wollen auch in Zukunft das Auslands-Projekt für die Betriebe anbieten. Unterstützung kann über das EU-Förderprogramm „Erasmus+“ fließen. Kontakt: 0441/23 22 75; Mail: grundmann@hwk-oldenburg.de

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Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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