Oldenburg Die Oldenburgische Landesbank (OLB) setzt in bewegten Zeiten auf Kontinuität. „Strategisch behalten wir den eingeschlagenen Kurs bei“, sagte der neue Vorstandschef Patrick Tessmann am Mittwoch auf der Hauptversammlung vor rund 1000 Aktionären und Gästen in Oldenburg. „Wir erachten das Geschäftsmodell als Regionalbank weiter als zukunftsfähig“, betonte der 55-Jährige, der seit Januar an der Unternehmensspitze steht.

Für 2015 gab Tessmann – trotz anhaltender Herausforderungen wie der Niedrigzinsen – eine Fortsetzung der „soliden Geschäftsentwicklung“ und ein „verbessertes Ergebnis“ als Ziel aus. Dafür seien vor allem weiteres Geschäftswachstum, effizientes Kostenmanagement und eine weitere Verringerung der Risikovorsorge nötig.

Ergebnis verbessert

Wie berichtet, konnte die OLB 2014 das Ergebnis vor Steuern von 9,1 Millionen Euro 2013 auf 34,7 Millionen Euro steigern. „Wir haben uns in einem anspruchsvollen Marktumfeld positiv entwickelt“, meinte Tessmann.

Die Aktionäre stimmten am Mittwoch dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, vom Bilanzgewinn 14,2 Millionen den Rücklagen zuzuführen und 5,8 Millionen Euro in Form einer erhöhten Dividende von 0,25 Euro (Vorjahr: 0,10 Euro) je Aktie auszuschütten. Die Substanzstärkung werde für die OLB weiter wesentlich bleiben, so der Vorstandsvorsitzende.

Patrick Tessmann im Porträt, Nordwest-Zeitung, 2. Mai 2015

Zufrieden äußerte sich Tessmann auch mit Blick auf die ersten Monate 2015. Die OLB habe das Vorsteuerergebnis im ersten Quartal um 3 Millionen auf 13,9 Millionen Euro können. Während der Provisionsüberschuss mit 18,2 (Vorjahr: 18,3) Millionen Euro und der Verwaltungsaufwand mit 58,9 (Vorjahr: 58,4) Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau blieben, ging der Zinsüberschuss leicht von 59,3 auf 57,5 Millionen Euro zurück. Zugleich verringerte sich die Risikovorsorge von 8,3 auf 6,6 Millionen Euro. Tessmann sprach von einem „positiven Start ins Jahr“ und einem „respektablen Quartalsergebnis“.

Nicht zufrieden zeigte er sich dagegen mit dem Aktienkurs. „Die Kursentwicklung ist leider wenig erfreulich“, sagte er. 2014 fiel der Aktienkurs von 20,75 Euro auf 19,30 Euro. Aktuell liegt er bei rund 18,50 Euro. Vor fünf Jahren lag er noch bei mehr als 40 Euro.

Auch aus den Reihen der anwesenden Aktionäre gab es Kritik an der Kursentwicklung. Dr. Peer Koch von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) etwa sprach von einem „enttäuschenden Verlauf der Aktie“.

Zugleich monierten viele Kleinaktionäre die aus ihrer Sicht zu geringe Dividende. „Wir brauchen bessere Erträge und wir brauchen eine höhere Beteiligung der Aktionäre am Ergebnis der Bank“, forderte etwa der langjährige Aktionär Adolf Fugger. Hansgeorg Martius von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) etwa sprach sich für eine Ausschüttungsquote von 50 Prozent aus. Lutz Pfeifer hielt „mindestens 50 Cent je Aktie“ für angemessen.

Negativ sahen einige Aktionäre auch die hohe Fluktuation in der OLB-Führung. So ist Tessmann bereits der fünfte Vorstandschef in den vergangenen sieben Jahren. Aktionärsschützer Koch etwa fragte kritisch Richtung Aufsichtsrat, ob angesichts dieser Entwicklung die Personalentscheidungen wohl alle richtig gewesen seien.

„Erfahrener Manager“

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Aufsichtsratschef Andree Moschner entgegnete, dass „Kontinuität in der Unternehmensleitung grundsätzlich immer zu begrüßen“ sei, dass es aber auch bei anderen Unternehmen zuletzt häufigere Führungswechsel gegeben habe. Umso mehr freue er sich, dass die OLB mit Tessmann einen „erfahrenen Bankmanager“ gewonnen habe. Ebenso wie mehrere Kleinaktionäre begrüßte er, dass Tessmann mit seiner Familie in der Region ansässig sein wolle – was in den vergangenen Jahren nicht bei allen Vorständen der Fall gewesen war.

Zudem bekräftigte Moschner, zugleich auch Vertreter des Großaktionärs Allianz (Anteil 90,2 Prozent), auf Nachfrage von Aktionären, dass der Versicherer an seinem Engagement bei der OLB festhalten werde. „Konkrete Pläne für eine auch teilweise Veräußerung von Anteilen gibt es nicht“, betonte er.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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