Fürth/Göppingen (dpa) - Der Modellbahnhersteller Märklin ist wieder auf Wachstumskurs.

Nach Jahren der Stagnation erwartet das Göppinger Traditionsunternehmen im Ende April zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 112 Millionen Euro und damit ein Plus von vier Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie Geschäftsführer Florian Sieber wenige Tage vor Beginn der Nürnberger Spielwarenmesse sagte. Dagegen verzeichnete "Bobby-Car"-Hersteller Simba Dickie, der den insolventen Modellbahnhersteller 2013 übernommen hatte, einen Umsatzrückgang.

Im Geschäftsjahr 2018/2019 erwirtschaftete der fränkische Spielwarenhersteller einen Umsatz von 616 Million Euro, ein Rückgang von 4,5 Prozent. Damit verfehlte Simba Dickie sein angepeiltes Wachstumsziel von 668 Millionen Euro. Finanzvorstand Manfred Duschl zeigte sich dennoch zufrieden. Die Ertragssituation habe sich erfreulich entwickelt.

"Bedenkt man, dass große Player im Markt wie Toys R US, die Ludendo-Gruppe in Frankreich, die Blokker Gruppe in Holland und jüngst die Firma Top Toy aus Dänemark in Insolvenz gingen, ist ein Minus von nur 4,5 Prozent sogar als durchaus positiv zu werten", sagte Duschl weiter. Konkrete Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht.

Auch Märklin-Chef Sieber sprach von widrigen Bedingungen in der Branche. "In einem schwierigen Jahr der Spielwarenbranche können wir ein leichtes Wachstum verbuchen, unsere Ertrags- und Finanzsituation ist weiter gut und solide", sagte er.

Ein voller Erfolg sei die in Lizenz gefertigte Lok "Emma" aus dem Kinderbuch-Klassiker "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" von Michael Ende. Kurz nach dem Kinostart des gleichnamigen Films im März vergangenen Jahres sei das Starterset für Kinder ab sechs Jahren ausverkauft gewesen. Inzwischen seien mehr als 10 000 Stück abgesetzt worden, daher werde es nun fest ins Programm genommen. Im neuen Geschäftsjahr 2019/20 will Märklin 6,5 Millionen Euro in neue Produkte investieren werden.

80 Millionen Euro investierte Simba Dickie in neue Maschinen und Firmenzukäufe. Für das neue Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem wieder steigenden Umsatz auf 650 Millionen Euro.

75 Prozent seines Umsatzes erzielt der Spielwarenkonzern im Ausland. Hauptexportländer sind Frankreich, Italien und Großbritannien. Mit negativen Auswirkungen auf das Geschäft durch den Brexit rechnet Vorstandskollege Uwe Weiler nicht. Mit der Gründung einer weiteren Gesellschaft in London will Simba das Geschäft mit Spielwarenkonzepten im Lizenzbereich sogar weiter ausbauen.

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