WILHELMSHAVEN Sie haben an einem Strang gezogen – und jetzt einen wichtigen Etappensieg errungen. Die Gläubiger des in wirtschaftlicher Schieflage steckenden Autohauses Voges haben einem Insolvenzplan zugestimmt, nach dem sie auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten und damit den Weg frei machen für eine Restrukturierung des Unternehmens.

„Wir sind wirklich erleichtert“, sagten am Donnerstag die Betriebsratsvorsitzenden der beiden Voges-Betriebsgesellschaften, Rainer Höfken und Stefan Schindelasch. „Es geht weiter. Uns hätte sonst die Arbeitslosigkeit gedroht.“

90 Arbeitsplätze gerettet

Am Mittwoch hatte Insolvenzverwalter Christian Hanken (Wittmund) vor dem Amtsgericht Wilhelmshaven den verschiedenen Gläubigern den Insolvenzplan vorgestellt, der den Bestand des Unternehmens und damit die verbliebenen 90 Arbeitsplätze retten sollte. Die Gläubiger erhalten danach fünf bis zehn Prozent ihrer ursprünglichen Forderungen – wenig, aber deutlich mehr, als das, was sie zu erwarten hätten, wenn das Autohaus geschlossen werden würde.

Die Geschäftsführer Helmut und Frank Voges dankten gestern neben den beteiligten Banken (Sparkasse Wilhelmshaven sowie die Volksbanken Wilhelmshaven und Jever) ihren Mitarbeitern, die in den vergangenen Monaten hervorragend mitgezogen und auf Teile ihres Gehaltes verzichtet hätten, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern. Grundlage dafür war ein Sanierungstarifvertrag, den die IG Metall mit dem Insolvenzverwalter ausgehandelt hatte, wie Gewerkschaftssekretär Peter Anders sagte.

Im Vorfeld waren von den Mitarbeitern auf Initiative von Hanken auch die Betriebsräte gegründet worden, die inzwischen auch von der Familie Voges als sinnvolle Einrichtungen anerkannt werden.

Mit dem Insolvenzplan wird das Autohaus voraussichtlich Ende Juli aus der Insolvenz entlassen. Allerdings, so Hanken, werde ein Sanierungstreuhänder aus Bremen für die kommende Zeit das Controlling über die Geschäftsführung wahrnehmen und die Restrukturierung der Voges-Gruppe begleiten. „Was wir bislang erreicht haben, war die Pflicht, jetzt folgt die Kür“, sagte Helmut Voges.

Verträge mit Herstellern

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„Es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, ob das Unternehmen sich am Markt behaupten kann“, ergänzte Hanken. Die Händlerverträge mit den verschiedenen Autoherstellern seien gekündigt, würden derzeit aber neu verhandelt. Wichtig sei, die Zinsbelastung zu reduzieren, die Lagerbestände klein zu halten und die Liquidität des Unternehmens auf Dauer zu verbessern.

Der Neustart könne aber nur mit Hilfe der Mitarbeiter gelingen, so Hanken: „Entlassen wird niemand, eher muss noch der eine oder andere Spezialist zusätzlich eingestellt werden.“

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