Minden In Norddeutschland werden in nächster Zeit ganz spezielle Güterzüge unterwegs sein – mit neuen Waggon-Kupplungen mehrerer Hersteller. Sie funktionieren automatisch und digital. Eine wird ausgewählt. Die Deutsche Bahn und andere möchten damit konkurrenzfähiger werden und dem Lkw Millionen Fahrten abnehmen, sagte DB- Güterverkehrsvorstand Sigrid Nikutta bei der Vorstellung von Prototypen in Minden.

Das Forschungsprojekt zur Entwicklung der digitalen automatischen Kupplung wird vom Bundesverkehrsministerium mit 13 Millionen Euro finanziert. Beteiligt sind neben der DB die schweizerische und österreichische Güterbahn und private Wageneigner. Angestrebt wird eine Umrüstung sämtlicher Güterwaggons in Europa bis 2030.

Mit der neuen Kupplung könnten längere und schwerere Züge Güter mit weniger Aufwand und Kosten schneller ans Ziel bringen, sagte Nikutta. Die Kapazität in den Rangierbahnhöfen erhöhe sich um 40 Prozent. Die Zahl der Güterzüge im Einzelwagenverkehr könnte von derzeit 9000 auf 27 000 pro Woche erhöht werden, so Nikutta. „Mein Ziel ist, mehr Masse ins System zu bekommen und zu wachsen im Einzelwagenverkehr.“

Der Einzelwagenverkehr, bei dem Güterzüge mit Waggons unterschiedlicher Industriekunden zusammengestellt und in der Zielregion wieder auseinanderrangiert werden, ist wegen des großen Aufwands ein Sorgenkind.

Bereits seit Jahrzehnten haben die Bahnen ergebnislos nach einheitlichen automatischen Kupplungen geforscht. Güterwaggons werden derzeit weiter aufwendig per Hand an- und abgekuppelt. Die automatische Kupplung soll auch über eine digitale Datenleitung für sämtliche Waggons verfügen. Mit ihnen könnte etwa die Temperatur in Kühlwagen aus der Ferne ständig überwacht werden.

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