Berlin /Hannover /Freising Mit den sich abzeichnenden Preiserhöhungen für eine Reihe von Milchprodukten im Handel ist die Krise der Bauern nach Verbandseinschätzung noch nicht ausgestanden. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) wies am Freitag darauf hin, dass die zu erwartenden Preiserhöhungen zum 1. November frühestens im Dezember auf den Konten der Bauern ankämen.

Außerdem hätten sich Bauern massiv verschuldet, um durchhalten zu können, sagte eine Verbandssprecherin. Es werde deshalb lange dauern, die Folgen der Krise zu bewältigen. Unklar sei noch, wie viele Milchbauern aufgeben müssen. „Bei vielen Milchbauern steht die Entscheidung noch aus, ob sie weitermachen oder nicht.“

Der 1. November ist ein wichtiger Stichtag für die Molkereien und die Handelskonzerne. Traditionell treten dann neue Halbjahresverträge für Milch und eine Reihe von Milchprodukten in den unteren Preislagen in Kraft. Insider rechnen mit Preiserhöhungen bei Milch zwischen 13 und 15 Cent je Liter. Der Milchindustrie-Verband erwartet eine Erhöhung von mindestens 10 Cent pro Liter H-Milch, sagte Hauptgeschäftsführer Eckhard Heuser. Derzeit liege der Durchschnittspreis bei 53 Cent pro Liter.

Heuser sprach von einer „moderaten“ Preiserhöhung. „Sie kommt auch bei den Bauern an.“ Einer der Gründe für die Steigerung sei, dass die Milchmenge gesunken sei.

In welchem Umfang der Handel höhere Einkaufspreise aber an die Endverbraucher weiterreicht, bleibt abzuwarten. Für andere Milchprodukte gibt es Lieferverträge mit kürzeren Laufzeiten. So ist Butter durch zwei Preisanhebungen bereits deutlich teurer geworden.

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Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer begrüßte die Preiserhöhung, zugleich forderte der Grünen-Politiker aber einen noch höheren Anstieg. Die Landwirte benötigten Preise von 40 bis 45 Cent pro Kilo, deshalb seien weitere Reduzierungen der Milchmenge auf europäischer Ebene nötig, sagte Meyer dem Sender „ffn“.

Niedrige Preise belasten seit Langem die Milchbauern. Als zentrale Ursache galt ein Überangebot auf den Märkten. Bund und EU hatten Finanzhilfen für Milchbauern zugesagt.

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