Hannover Die viel beschworene Digitalisierung will eben doch erklärt sein: Dass die Telekom das Internet der Dinge am Beispiel eines Bienenstocks demonstriert, in dem mittels Sensoren festgestellt wird, wie es den Tieren geht, ist ja noch einleuchtend. Schwieriger zu verstehen sind die technischen Details, wie etwa die Sendefrequenzen der Sensoren. „Naja, gut, fast verstanden“, kommentiert Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem traditionellen Rundgang auf der Technologiemesse Cebit (bis 24. März) am Montag.

Bei ihrer Cebit-Tour blieb aber auch wenig Zeit für komplizierte Details. Los ging es beim Partnerland Japan. Premierminister Shinzo Abe betont, 118 japanische Unternehmen seien auf der Cebit. Dies sei „ein Zeichen unseres Willens, mit Deutschland wirtschaftlich zusammenzuwachsen“. Die CDU-Politikerin macht klar, dass sich die Digitalisierung in alle Teile der Gesellschaft ausweiten werde – die japanische Idee der „Gesellschaft 5.0“ sei daher eine „interessante Vision“. Gut zwei Stunden Zeit nehmen sich Merkel und Abe für ihre Runde durch die Hallen.

Bei Hitachi lassen sie sich zunächst Sushi servieren – von einem Roboter. Geduldig lässt sich Merkel die technischen Innovationen erläutern. Am SAP-Stand wird erklärt, wie in Echtzeit Satellitenbilder ausgewertet werden und das Risiko von Naturkatastrophen – beispielsweise von Erdrutschen in Japan – berechnet wird. Abe ist beeindruckt von der Technik.

Wo immer Merkel auftaucht, sind nicht allein Fernsehkameras – auch zahllose Arme von Messe-Besuchern und Ausstellern mit Smartphones recken sich in die Höhe. Ein Mann würde gern ein Selfie mit Merkel machen, scheitert aber an den Sicherheitsleuten. Für die Kanzlerin ist der Ausflug in die digitale Welt inzwischen Routine.

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Bei Intel hebt Merkel vorsichtig eine Drohne hoch, blickt aber eher skeptisch. Bei Vodafone wiederum – dort geht es um intelligente Lösungen für Städte – wird über Microsofts Datenbrille Hololens die „smart City“ in Gang gesetzt. Auf die Bitte von Fotografen, die typischen Fingerbewegungen des Hololens-Trägers nachzuahmen, antwortet sie: „Das muss ich erst trainieren.“ Vertrauter ist sie mit AVM und dem Fritzbox-Router: „Das hat ja jeder zu Hause.“

Schon zieht der Tross weiter. Bei Sennheiser wird Merkel sogar ein neues tragbares Konferenzsystem angeboten: „Nee, das darf ich, glaube ich, nicht annehmen.“ Das müsse das Kanzleramt selbst kaufen.

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