CLOPPENBURG Schon frühzeitig auf das Berufsleben vorbereiten und Orientierung im landwirtschaftlichen Bereich geben: Diesen Ansatz verfolgt das Projekt „Region des Lernens“ im Landkreis Cloppenburg (ein Kooperationsprojekt der Berufsbildenden Schulen und dem Caritas-Sozialwerk) gemeinsam mit dem landwirtschaftlichen Ausbildungsbetrieb von Agnes und Benno Klostermann aus Cappeln/Warnstedt und dem Verein LaUB e.V. (Landwirtschaft, Umwelt und Bildung).

„Der Ausbildungsbetrieb Klostermann sorgt durch seine frühzeitigen Berufsorientierungsangebote dafür, dass in Zeiten des Mangels an Nachwuchsfachkräften Berufe im landwirtschaftlichen Bereich bekannter werden und durchaus aus attraktiv wahrgenommen werden“, sagt Anne Bröring, Mitarbeiterin im Projekt „Region des Lernens“. Deshalb wolle man sich auch mit diesem Kooperationsprojekt um den „Preis für Innovative Ausbildung“ (PIA) der Nordwest-Zeitung bewerben.

PIA würdigt wie in den Vorjahren Initiativen von Unternehmen und Kooperationen mit Beteiligung von Betrieben, die über das Übliche in der Ausbildung hinausgehen. In diesem Jahr stehen einzelne Maßnahmen im Vordergrund.

Der Schweinemastbetrieb Klostermann mit 2000 Tieren engagiert sich vor allem bei zwei Maßnahmen: Betriebserkundungen für Schülergruppen aus dem Kreis Cloppenburg und Berufsorientierungsmodule. „Gerade im Oldenburger Münsterland bietet der Bereich Landwirtschaft und Agrar viele interessante Berufsbilder, die Schülern oft nicht bekannt sind“, sagt Bröring. Mit den Projekten würden Vorbehalte abgebaut und „die Schüler gewinnen durch den praktischen Anschauungsunterricht direkt vor Ort Kenntnisse über die Zusammenhänge natürlicher Kreisläufe der Agrarwirtschaft“.

Bei den Betriebserkundungen können sich Schülergruppen vor Ort ein reales Bild von der Landwirtschaft machen. Nach einer theoretischen Einführung durch Maria Bahlmann von LaUB, führen Klostermann und Bahlmann die Schüler über den Betrieb. Dabei erklären sie jede Station, die die Schweine durchlaufen.

Bei den Berufsorientierungsmodulen (BOM) können sich Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) aus zwölf Fachbereichen von Wirtschaft über Gastronomie bis Elektrotechnik praktisch auf dem Hof ausprobieren. Für ein bis drei Module gehen sie jeweils vier bis sechs Wochen montags in die BBS und werden dort von Fachlehrern angeleitet. In diesem Zusammenhang bietet der Hof Klostermann als außerschulischer Lernstandort Gruppen von vier bis sechs Schülern an, dem Landwirt und seinem Auszubildenden über die Schulter zu schauen. Die Praktikanten dürfen auch selbst tätig werden und erhalten abschließend ein Zertifikat mit einer Benotung des Arbeits- und Sozialverhaltens. Das Konzept werde gut angenommen, sagt Bröring. Für das Schuljahr 2012/13 seien alle Plätze bereits ausgebucht.

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Bewerbungsschluss für „PIA“ ist der 30. September. Die Sieger werden von einer Jury ermittelt und bei einer Feier ausgezeichnet.

 @   http://www.nwzonline.de/pia

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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