Hannover /Oldenburg Im Hildesheimer Weinberg stehen Schere und Eimer bereit. Immerhin rund 300 Flaschen ergab die Lese 2014. „Dieses Jahr wird es wohl ähnlich werden, die Trauben sehen gut aus“, sagt Mirco Weiß. Der Hobbywinzer ist einer von insgesamt sieben Pächtern des bischöflichen Weinbergs mitten in der Innenstadt, der 1995 für 50 Jahre verpachtet wurde. Ein Zehntel der Ernte geht als Pachtzins zum Bischof. „Ein schöner trockener Weißwein“, schwärmt Weiß.

Ab Anfang 2016 droht ihm jedoch Konkurrenz. Denn in Niedersachsen hat dank der Europäischen Union und des Klimawandels das Hoffen auf einen „Grand Cru“ der Nordlichter eingesetzt. Der Traum von möglichen Top-Gewächsen wird befeuert von einer EU-Regelung. Wenige Wochen nach der Klimakonferenz in Paris erlaubt sie ab 1. Januar den kommerziellen Weinanbau im klassischen Agrarland Niedersachsen.

Auch wenn es offiziell zunächst nur fünf Hektar sind: Agrarminister Christian Meyer (Grüne) spricht von einem Neubeginn. Vor allem Steillagen im Weserbergland oder im Harz hält er für geeignet.

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„Auf längere Sicht wird der Weinbau als Folge des Klimawandels voraussichtlich immer weiter nach Norden rücken“, heißt es aus Meyers Haus. Das sieht auch Frank Schulz vom Deutschen Weininstitut so: „Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Von daher sind auch die Voraussetzungen gegeben, Weine in nördlicheren Gefilden herzustellen.“

Die Teilzeit-Weinbauern haben sich bereits erfolgreich im Weingarten getummelt und bei Oldenburg den Start einer „Norddeutschen Weinstraße“ aus der Taufe gehoben. Auch auf Sylt und bei Kiel gibt es schon Weingüter.

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