Bonn (dpa) - Nach einem Gewinneinbruch im Brief- und Paketgeschäft im vergangenen Jahr will die Deutsche Post wieder in Fahrt kommen. Das Weihnachtsgeschäft sei sehr gut verlaufen und die Paketeinnahmen hätten wesentlich angezogen, sagte Konzernchef Frank Appel in Bonn.

Hohe Kosten in der Brief- und Paketsparte belasteten das operative Konzernergebnis (Ebit) im Gesamtjahr 2018 - es sackte um 15,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro ab. Der Nettogewinn fiel wegen einer hohen Steuerlast sogar noch stärker.

Dieses Jahr sollen die Geschäfte wieder besser werden - als Ergebnisziel nannte Appel einen Korridor von 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro. "Wir wollen ein neues Rekordjahr anstreben und sind guter Dinge, dass wir das erreichen werden", sagte der Manager.

Seine für Finanzen zuständige Vorstandskollegin Melanie Kreis wertete es positiv, dass der Umsatz mit Paketen Ende 2018 erstmals seit längerer Zeit stärker gestiegen ist als das Volumen - pro Paket wurde also im Schnitt etwas mehr Geld eingenommen. "Das hatten wir davor sehr, sehr lange Zeit nicht, weil die Durchschnittspreise rückläufig waren", sagte Kreis. Es sei gelungen, den Trend in die richtige Richtung zu drehen. Die Sanierung der Brief- und Paketsparte inklusive einem Vorruhestandsprogramm ist nach ihrer Darstellung auf einem guten Weg. Man werde profitabler, sagte Kreis.

Unlängst hatte die Post - wie ihre Wettbewerber auch - die Paketpreise angehoben, teilweise bei Firmenkunden schon Ende 2018, großteils aber erst zum Jahreswechsel. Die volle Wirkung dieser Anhebung wird sich also erst 2019 in der Kasse bemerkbar machen.

Insgesamt bleibt die Deutsche Post DHL auf Wachstumskurs. Der Umsatz des Konzerns stieg den Angaben zufolge um 1,8 Prozent auf 61,6 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war wieder einmal die Express-Sparte, bei der Sendungen zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt ankommen - vor allem Firmen nutzen diese relativ teure Dienstleistung. Die Sparte macht kräftige Gewinne.

Als Arbeitgeber wird der Konzern wichtiger: Die Mitarbeiterzahl stieg um rund 30 000 auf knapp 550 000 weltweit, davon sind etwa 230 000 in Deutschland - hierzulande bedeutete das ein Plus von rund 10 000.

Ein heißes Eisen für die Post ist derzeit das Thema Portoerhöhung. Ursprünglich hatte der ehemalige Staatsmonopolist die Briefe schon zum Jahresbeginn verteuern wollen, nach Intervention der zuständigen Regulierungsbehörde - der Bundesnetzagentur - wurde dies vorerst auf Eis gelegt. Nun kommt die Erhöhung vermutlich im Sommer. Wie viel dann ein bisher 70 Cent teurer Standardbrief kosten wird, ist noch unklar - es dürfte aber eine kräftiges Plus auf deutlich mehr als 80 Cent geben. Appel verteidigte das Vorhaben: Die Briefmenge sinke nun mal um zwei bis drei Prozent pro Jahr, zugleich seien die Gehälter der Mitarbeiter 2018 um drei Prozent gestiegen - man müsse handeln, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Er wies darauf hin, dass ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland im Schnitt nur noch 2,34 Euro monatlich für Briefporto ausgebe. "Deswegen wird eine weitere Steigerung des Portos keine signifikante Belastung für die Menschen in Deutschland." Die vorerst letzte Portoerhöhung gab es 2016 von 62 auf 70 Cent. Schon seit Jahren sinkt die Briefmenge - die Menschen verschicken immer weniger Briefe und setzen stattdessen auf E-Mails, Chats und andere digitale Kanäle.

Keinen Rückgang, sondern sogar einen Boom gibt es im Paketmarkt - wegen des Online-Handels und wegen der guten Konjunktur steigt die Sendungsmenge rapide. Ein kritischer Punkt ist die Haustürzustellung: Wenn Paketboten bei Privatmenschen klingeln, macht häufig niemand auf. Das kostet Zeit und Geld. Daher gibt es in der Branche Überlegungen, die Haustürzustellung generell teurer zu machen als Sendungen an Paketshops oder Paketstationen - Hermes und DPD setzen zum Beispiel bereits auf unterschiedliche Preise für Privatkunden.

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Bei der Post wird es künftig aber nicht billiger, wenn sich ein Privatkunde für einen Paketshop als Zieladresse entscheidet, statt für eine Privatanschrift. "Wir glauben nicht, dass das separat bepreist werden sollte", sagte Appel. Vielmehr müssten die Geschäftskunden - etwa Online-Händler - diese Preisdifferenzierung vornehmen. Einige Geschäftskunden berechneten dem Verbraucher bereits unterschiedliche Preise für Haustürlieferung und Abholung von Paketen. Dies sei "sehr erfreulich", weil dadurch mehr Transparenz entstehe für den Verbraucher, sagte Appel. Der wisse dann besser, welchen Anteil die Zustellung an den Kosten habe.

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