Im Nordwesten Die Tourismusbranche im Ammerland – sie gehört zu den zahlreichen Verlierern in der Pandemie. Auch wenn das Jahr 2020 nicht komplett verloren war – ein Rückgang der Übernachtungen von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr muss erst einmal verkraftet werden. Und 2021 lässt bislang wenig Raum für Hoffnung. „Alle hangeln sich von Monat zu Monat, von Stornierung zu Stornierung“, sagt Frank Bullerdiek, Chef der Ammerland-Touristik. Die gesamte Branche sei von der Krise betroffen. „Es ist eine fürchterliche Situation.“

Im Gespräch mit dem Chef-Touristiker wird schnell deutlich: Kein Betrieb kann mehr planen. Einigen geht es schlechter, anderen besser, je nachdem, wie lange sie schon am Markt, wie groß die finanziellen Reserven sind. Die meisten Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Ein Teil von ihnen, so vermutet Bullerdiek, wird sich mittlerweile einen Job in einer anderen Branche gesucht haben.

Perspektivlos

„Einschneidende Auswirkungen auf die Branche“ befürchtet auch Angela Janßen. Im Kurort Bad Zwischenahn, einer der großen Anziehungspunkte im Ammerland, ist sie für die Öffentlichkeitsarbeit der Touristik vor Ort zuständig. „Was am meisten frus­triert, ist die Perspektivlosigkeit“, sagt sie. „Im November haben wir nicht gedacht, dass es so lange dauern wird, bis es wieder los geht.“ Jetzt warte man auf einen Fahrplan, damit Gästeführer, Gastronomen und Hoteliers wieder loslegen könnten. Alle seien bereit, die Hygienekonzepte ausgereift und im Sommer 2020 doch auch schon erfolgreich erprobt. Mit Testen, Impfen, Abstand, Hygiene und dem ersehnten Fahrplan könnte es klappen, wird auch bei Bullerdieks Ausführungen deutlich.

Auch Wesermarsch klagt

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Nicht viel besser sieht es in der Wesermarsch aus. Laut Robert Kowitz, Geschäftsführer von Tourismus-Service Butjadingen, werden bis Ende des Monats 245 000 Übernachtungen fehlen, die ohne Corona hätten verbucht werden können. Beim Kurbeitrag beläuft sich das Fehl auf mehr als 400 000 Euro. Und bei den touristischen Gesamteinnahmen gehen Butjadingen durch den Lockdown 13,4 Millionen Euro durch die Lappen.

Butjadingen hatte sich startklar für die neue Saison gemacht. Doch Corona vereitelte das Ostergeschäft. Nun hofft die Gemeinde, die gewöhnlich pro Jahr bis zu 1,2 Millionen Übernachtungen von Urlaubsgästen verbucht, auf ein Ende des Lockdowns. Der Sommer ist bereits hervorragend gebucht. Das verlorene Ostergeschäft wird sich indes auch dann nicht aufholen lassen, wenn es im Herbst wie 2020 noch einen Nachholeffekt geben sollte.

Anuschka Kramer Redakteurin / Redaktion Leer
Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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