Rastede / Wohl keine Entwicklung hat den Einzelhandel in den vergangenen Jahrzehnten so umgewälzt wie das Internet. „Das Internet ist im Handel nicht mehr aufzuhalten“, sagte Matthias Heckmann, Referent für Handel, Stadtmarketing und Tourismus bei der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), am Montagabend beim Club-Abend des Marketing-Clubs Weser-Ems im Akademiehotel Rastede, bei dem die Zukunft des Handels Thema war. Um gegenüber dem Online-Handel dauerhaft wettbewerbsfähig zu sein, müsse der stationäre Handel Maßnahmen ergreifen.

Heckmann zeigte Trends auf, die den Einzelhandel prägen: ein rasant wachsendes Online-Geschäft (Marktanteil aktuell rund 9 Prozent) bei insgesamt eher stagnierenden Umsätzen im Handel, eine weitere Zunahme der Verkaufsfläche, eine sich verschärfende Wettbewerbssituation sowie ein sich veränderndes Einkaufsverhalten.

„Das Internet verändert die Vertriebsstrukturen und das Konsumentenverhalten nachhaltig“, sagte er mit Verweis auf eine Untersuchung des Instituts für Handelsforschung. Die Zukunft liege im „Cross-Channel“ bzw. „Multi-Channel“-Handel, also dem Geschäft über mehrere Kanäle, stationär wie online. Und Dienstleistungen seien der entscheidende Faktor, um Kunden zu gewinnen.

Solch einen „Multichannel“-Ansatz, an dem sich auch stationäre Händler aus der Region beteiligen können, stellte Matthias Dose mit „Simply Local“ vor. „Offline-Handel trifft Online-Shopping-Portal“, so umschrieb Dose, Projektmanager von „Simply Local“, das Konzept, das in Kürze starten soll und an dem mehrere Verlage aus dem ganzen Bundesgebiet, darunter auch die NWZ -Mediengruppe, beteiligt sind.

Auf einer zentralen Plattform können Kunden bei „Simply Local“ online nach Produkten regionaler Händler suchen und diese dann vor Ort kaufen und abholen. Die Infrastruktur müsse der Händler nicht aufbauen, sondern nur seine Angebote selbst verwalten, so Dose.

Ebenfalls auf eine Verknüpfung von stationärem Handel und Online-Geschäft setzt das Oldenburger Augenoptikergeschäft Brillen Hess. Wie Gründer Hans-Georg Hess erläuterte, ist das traditionsreiche Geschäft vor einiger Zeit eine Servicekooperation mit dem Online-Optiker „brillen.de“ eingegangen.

Der Oldenburger Optiker übernimmt dabei für das Angebot des Online-Händlers Service-Leistungen wie die Messungen und Anpassungen der Brille. „Für uns wie auch für ,brillen.de‘ ist wichtig, dass der Kunde eine vernünftige Brille bekommt“, sagt Hess. Deshalb ergänze man sich gut. Auch finanziell lohne sich die Kooperation. Die Umsätze seien dadurch um etwa acht bis 10 Prozent gestiegen.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.
DIE WIRTSCHAFT

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.