Hude-Wüsting Zwei Dinge hatte sich Organisator Helmut Urban für die 16. Auflage der Landtage Nord gewünscht: schönes Wetter und viele Besucher – auch um den Austausch von Landwirten und Verbrauchern zu fördern. Und beide Wünsche gingen zum Auftakt der viertägigen Agrar- und Freizeitmesse am Freitag in Erfüllung. Über dem Messegelände in Hude-Wüsting strahlte die Sonne. Und auf den Parkplätzen reihten sich schon in den ersten Stunden die Autos dicht an dicht – nicht nur mit Kennzeichen aus dem Oldenburger Land, sondern auch aus Ostfriesland, dem Bremer Raum und sogar den Niederlanden.

So entspannt die Stimmung auf dem Messegelände mit den mehr als 600 Ausstellern war, so klare Worte fanden die Redner zur Eröffnung im Festzelt. Landtage-Organisator Urban hielt ein emotionales Plädoyer für die Bauern. „Mir liegt die Landwirtschaft am Herzen“, sagte er.

„Keine Bittsteller“

Zugleich halte er es nicht mehr aus, „was an Negativ-Image über die Landwirtschaft verbreitet wird“. Es sei „zum Heulen“, sagte er. In der Öffentlichkeit würden die Landwirte häufig heute nur noch als „Bittsteller“ und „Umweltverschmutzer der Nation“ dargestellt. „Wir sind keine Bittsteller. Und wir sind auch nicht die Umweltverschmutzer der Nation“, sagte er. „Wir machen eine vernünftige Landwirtschaft.“

Die Landtage Nord hätten deshalb auch die Aufgabe, „Verbraucher und Landwirtschaft zusammenbringen“, sagte Urban. „Haltet zu den Landwirten, geht positiv mit den Bauern um“, appellierte er an die Gäste.

Auch Carsten Harings, Landrat des Landkreises Oldenburg, beklagte, dass in der Öffentlichkeit vor allem über, aber viel zu selten mit der Landwirtschaft gesprochen werde. Man dürfe nicht vergessen, „dass es unsere Landwirte sind, die uns satt machen“. Nötig sei es auch, Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen. „Geiz ist nicht geil, Geiz ist uncool“, sagte er.

Festrednerin Katja Suding, stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, widmete sich unter anderem dem Thema Klimaschutz und der Rolle der Landwirtschaft. Die Landesvorsitzende der FDP Hamburg, die zwar seit Jahren in der Hansestadt lebt, aber in Vechta in einem landwirtschaftlichen Umfeld aufgewachsen ist, betonte, dass Klimaschutz heute „eine der wichtigsten Aufgaben“ sei. Der Einsatz für den Klimaschutz „darf aber nicht dazu führen, dass wir unsere Wirtschaft und auch unsere Landwirtschaft zugrunde richten“. Aus ihrer Sicht sei der Emissionshandel, in den man auch die Landwirtschaft einbeziehen solle, das beste Instrument. Denn er setze nicht auf Verbote, sondern auf Anreize.

Scharfe Kritik äußerte sie an Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, die erklärt hatte, dass ein schnelles 5G-Kommunikationsnetz „nicht an jeder Milchkanne“ notwendig sei. „Das könnte nicht falscher sein“, sagte Suding. „Wir brauchen schnelles Internet auch auf dem Land.“ Die digitale Revolution sei in der Landwirtschaft in vollem Gange. Die Technologie könne aber nur dann genutzt werden, wenn auch schnelle Netze vorhanden seien.

Bis Montag geöffnet

Die Landtage Nord haben noch bis Montag, täglich von 9 bis 18 Uhr, geöffnet. Auf dem Programm der Messe stehen u.a. Tierschauen, Praxisvorführungen von landwirtschaftlichem Gerät und Gartengeräten sowie ein buntes Rahmenprogramm. Einer der Höhepunkte in diesem Jahr ist die 17. Deutsche Schafschurmeisterschaft.


     www.landtagenord.de 
Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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