MüNCHEN Auf den Pisten in den Alpen herrschten in diesem Jahr wieder wochenlang Traumbedingungen – trotzdem läuft der Verkauf von Skiern seit einigen Jahren schleppend. Bis zum Ende dieser Wintersport-Saison werden wohl nur rund 320 000 Paar Ski in Deutschland verkauft worden sein. Wie es aus der Branche heißt, waren es im Winter 2004/05 mit rund 650 000 noch mehr als doppelt so viele.

„Die Neuheiten fehlen“, klagten Händler am Sonntag zum Auftakt der Sportartikel-Messe Ispo in München. Seitdem Ende der 90er Jahre der in der Mitte besonders eng geschnittene Carving-Ski zum Kurvenfahren aufkam, habe es keine echte Innovation mehr gegeben.

Und noch etwas macht Händlern und Herstellern zu schaffen: Viele Skifahrer verzichten auf eigene Bretter und leihen sie lieber.

Es ist ein gemischtes Bild, das sich auf der Münchner Sportartikel-Messe zeigt. Während der Einzelhandel insgesamt für 2009 sogar ein Umsatzminus meldete, finden Sportartikel geradezu reißenden Absatz: Der Verband Deutscher Sportfachhandel verzeichnete ein Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro. Die Erlöse im Bereich Wintersport seien sogar um 20 Prozent geklettert.

Für einen Zuwachs sorgte aber vor allem der Verkauf von Skihelmen – der Händlerverbund Sport 2000 verzeichnete hier einen Umsatzanstieg von 43 Prozent im vergangenen Jahr. Der Bereich Alpinski wuchs hingegen nur um magere zwei Prozent.

„Sport-2000“-Geschäftsführer Andreas Rudolf hofft auf eine neue Generation von Skiern: den sogenannten Rocker-Ski. Dabei handelt es sich um deutlich breitere Bretter, die an den Enden nach oben gebogen sind. Die „Vorspannung“ beim klassischen Alpinski sorgt dagegen in der Skimitte für eine Biegung nach oben. Die Rocker-Skier sollen leichter zu fahren sein und sowohl auf gewalzten Pisten als auch abseits im Tiefschnee taugen.

„Es ist ein Trend – es ist aber kein Trend, der für jeden geeignet ist“, sagt allerdings Michael Berner, Funktionär beim Deutschen Skiverband. Ein leidenschaftlicher Pistenfahrer sei mit dem klassischen Alpinski besser dran.

Insidern ist die Konstruktion der Rocker-Skier seit Jahren aus dem „Freeskiing“ abseits der Pisten vertraut. Erstmals ist dieser Spielart des Skifahrens eine eigene Halle auf der Ispo gewidmet.

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Auch beim Verbundhändler Intersport zeigt man sich in Sachen Rocker-Ski skeptisch. Aber es komme „etwas Neues“, sagt Vorstand Klaus Jost. Der eigentliche „Megatrend“ im Skimarkt sei aber der Skiverleih. Die Nachfrage im Alpenraum sei seit etwa drei Jahren jeweils um rund 20 Prozent gewachsen.

www.ispo.com

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