Frankfurt/Main (dpa) - Das Land Hessen hat die geplanten Anreize für neue Fluggesellschaften am Frankfurter Flughafen abgemildert. Einen Extra-Rabatt für Neukunden soll es entgegen den Plänen des Flughafenbetreibers Fraport nicht geben.

Dies teilte das hessische Verkehrsministerium als zuständige Genehmigungsbehörde mit. Neue Gesellschaften können aber leichter als bereits ansässige Airlines von einem auf drei Jahre befristeten Rabattprogramm profitieren, das allen finanzielle Vorteile verspricht, die von Frankfurt mehr Passagiere transportieren.

Die Stammkunden mit Lufthansa an der Spitze hatten die ursprüngliche Fraport-Planung als eindeutige Bevorzugung des Billigfliegers Ryanair kritisiert, der ab Frühjahr 2017 erstmals in Frankfurt seine Flugzeuge einsetzen will.

Die ursprünglich vorgeschlagene Gebührenstaffel der Betreibergesellschaft Fraport sei aus rechtlichen Erwägungen geändert worden, erläuterte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). "Der ursprünglich beantragte Sonder-Rabatt, von dem faktisch ausschließlich neue oder am Standort kaum präsente Fluggesellschaften hätten profitieren können, ist vom Tisch."

Die jetzt genehmigte Staffel sieht Nachlässe zwischen 2 und 14 Euro pro Passagier auf Europaflügen vor. Bereits ab einer Passagiersteigerung um mindestens 3 Prozent greift die erste Stufe. Fraport hatte hier laut Al-Wazir ursprünglich eine höhere Hürde von 5 Prozent vorgeschlagen.

Deutsche Inlandsflüge werden nicht unterstützt. Für die höchste Stufe müsste eine Airline ihre Passagierzahl 2017 um mehr als 20 Prozent steigern. Um in den beiden Folgejahren ebenfalls die langsam sinkenden Nachlässe zu erhalten, muss laut Fraport jeweils mindestens die Passagierzahl aus dem Basisjahr 2017 erreicht werden. Weitere Anreize sind für besonders leise Maschinen geplant sowie für Jets, die das satellitengestützte Anflugsystem GBAS nutzen.

Die Fraport zeigte sich mit der Genehmigung zufrieden. Der neue Rahmen trete zu Jahresbeginn in Kraft und bringe eine Erhöhung der Entgelte um 1,9 Prozent, was vor allem über die lärmabhängigen Komponenten erreicht werde.

Auch die neue Gebührenstaffel wird von der Lufthansa abgelehnt. Für etablierte Airlines werde bei steigenden Entgelten nur besonders großes Wachstum gefördert, kritisierte das Unternehmen. Daher sei die Regelung zusätzlich diskriminierend, erklärte die größte Airline am Standort, die im kommenden Sommer fünf neue Ziele in ihr Programm aufnehmen will. "Es kann nicht sein, dass zwei Airlines, die dieselbe Strecke fliegen, unterschiedliche Gebühren bezahlen", sagte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister. Ryanair will von Frankfurt zunächst vor allem Sonnenziele in Spanien und Portugal bedienen.

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Fairer Wettbewerb unter gleichen Bedingungen sei so nicht möglich, kritisierte der Airlineverband Barig. "Stattdessen wird künstlich ein Verdrängungswettbewerb mit noch nicht absehbaren Konsequenzen initiiert", erklärte Barig-Generalsekretär Michael Hoppe. Ryanair wollte die Entscheidung nicht kommentieren.

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