Hannover Noch ist kein Winter, doch in Deutschland sind schon drei Obdachlose erfroren. Sie starben in Hamburg, Köln und Düsseldorf, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe mitteilte.

Bremen und die Städte in Niedersachsen sind nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur auf die Unterbringung von Wohnungslosen in der kalten Jahreszeit vorbereitet.

HANNOVER

„Über die Jahre hat die Zahl der Obdachlosen zugenommen“, sagte Sprecherin Konstanze Kalmus. Probleme gebe es bislang nicht. „Wir sind nach den bisherigen Erfahrungen gut aufgestellt. Wir haben etwa 1200 Menschen untergebracht.“ Darunter sind auch Familien, für sie gibt es spezielle Unterkünfte.

Die Diakonie gehe von rund 400 dauerhaft Obdachlosen aus, die auf Hannovers Straßen leben, sagte Kalmus.

Neben den städtischen Unterkünften gibt es Angebote eines Netzwerks von freien Trägern, beispielsweise den Kältebus. Er wird von den Johannitern unterhalten und von der Stadt gefördert.

Bremen

„Wir sind gut aufgestellt, weil wir ein flexibles System haben“, sagte Bernd Schneider, Pressesprecher der Senatorin für Soziales. „Das besteht aus einer Kombination von Notunterkünften und kurzfristig angemieteten Plätzen in Schlicht-Hotels.“ Bremen rechne mit etwa 500 bis 600 Wohnungslosen. Die Zahlen seien konstant, mit leicht steigender Tendenz.

Oldenburg

Hier gibt es etwa 40 Übernachtungsplätze für Obdachlose. „Diese Zahl ist seit einigen Jahren konstant und in normalen Wintern auch ausreichend“, sagte Sprecher Reinhard Schenke. Sollte es sehr kalt werden, will die Stadt kurzfristig reagieren. Ein Zusatzangebot sei die Sonntagsbereitschaft. Weil Geschäfte dann geschlossen haben, bleiben die städtischen Unterkünfte dann auch tagsüber geöffnet. An Wochentagen werden sie erst mit Beginn der Dämmerung geöffnet.

Göttingen

„Wir halten ständig Unterbringungsplätze für wohnungslose Personen frei“, sagte Stadtsprecher Dominik Kimyon. „Momentan haben wir zehn obdachlose Männer und 13 obdachlose Frauen, davon drei Frauen mit Kindern“. Die Zahl der Wohnungslosen sei zuletzt gestiegen, gerade auch die der Frauen.

In den vergangenen Jahren waren es im Durchschnitt etwa sieben bis acht Männer und zwei bis drei Frauen, Kinder waren bisher nie dabei. Stets sei eine Wohnung für Frauen und eine für Männer frei, sagte Kimyon.

„Darüber kann auch die Polizei verfügen, um zum Beispiel an Wochenenden vorsprechende wohnungslose Personen mit einer Unterkunft versorgen zu können.“

Wolfsburg

„Die Stadt ist im Bereich Obdachlosenunterkünfte gut aufgestellt“, meinte Sprecherin Monia Meier. Die Gesamtkapazität liege zwischen 160 und 180 Plätzen.

„Im Oktober 2017 waren 106 Personen in Obdachlosigkeit, im Oktober 2018 waren es bislang bis zu 128 Personen.“ Alle Obdachsuchenden könnten im Übernachtungsheim bis zu drei Tage hintereinander übernachten, dann erfolge in der Regel die Unterbringung in der regulären Obdachlosenunterkunft. Die Zahl der Übernachtungen im Heim steigt in den Wintermonaten leicht an.

Braunschweig

Es gibt außer einer zentralen Einrichtung für Männer dezentrale Standorte für Frauen und Familien. „Die Auslastung liegt derzeit bei rund 76 Prozent, es können also noch Personen aufgenommen werden“, sagte Stadtsprecherin Juliane Meinecke. „Für jeden Menschen, der ungewollt wohnungslos geworden ist und bei der Stadt Braunschweig Hilfe sucht, beschafft die Verwaltung eine Notunterkunft – das ist ihr gesetzlicher Auftrag“, betonte sie. In Braunschweig ist die Zahl der Wohnungslosen leicht rückläufig.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den NWZ-Wirtschafts-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Lüneburg

„Alles in allem sehen wir uns für den Winter gut aufgestellt“, meinte Lüneburgs Sozialdezernentin Pia Steinrücke. „Erfahrungsgemäß steigt die Zahl der Wohnungslosen in Lüneburg im Winter nicht stark an.“ Die Stadt halte weiter bis zu 45 Plätze für Wohnungslose vor. Zudem habe die Stadt weitere Außenplätze in Flüchtlingsunterkünften geschaffen. Eine Unterbringung mit Hunden sei nicht erwünscht.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.