Hannover /Papenburg Über die Zukunft der Meyer-Werft (Papenburg) soll am Freitag, 8. Mai, bei einem Runden Tisch im Landeswirtschaftsministerium in Hannover beraten werden. Teilnehmen daran sollen neben der Geschäftsführung unter anderem Vertreter des Betriebsrats, der IG Metall und der Landkreise.

Der Grünen-Finanzexperte Stefan Wenzel zeigte sich irritiert, dass die übrigen Meyer-Standort nicht vertreten seien. Er forderte eine Umstellung auf umwelt- und klimaverträgliche Produkte. Der Kreuzfahrtschiffbauer an der Ems geht wegen der Corona-Pandemie ab Mai für zwei Monate in Kurzarbeit. An den Arbeitsabläufen ändert sich wenig, weil der Großbetrieb zum Infektionsschutz die Schichten schon im März verkürzt hat. Die Wochenarbeitszeit beträgt 30 Stunden. Das Kurzarbeitergeld soll aber nicht wie in anderen Betrieben aufgestockt werden, um zusätzliche finanzielle Belastungen zu vermeiden.

Die Meyer-Werft leidet unter dem Stillstand des Kreuzfahrttourismus in der Corona-Pandemie. Nach Einschätzung der Geschäftsführung wird die Branche auf Jahre hinaus kaum noch neue Schiffe abnehmen. Die Neubauaufträge bis 2023 sollen deshalb möglichst gestreckt werden, um Abbestellungen zu vermeiden, wie Seniorchef Bernard Meyer sagte.

Die wirtschaftlich eigenständige Meyer-Werft in Turku in Finnland hat in der Krise den Abbau von 450 ihrer 2390 Arbeitsplätze angekündigt. Für weitere 900 Personen werde über verkürzte Arbeitszeit und andere Maßnahmen verhandelt, teilte die Werft mit. 2019 habe Meyer Turku bei Einnahmen von 1,141 Milliarden Euro einen Verlust von 109 Millionen Euro gemacht. Dies erkläre sich vor allem aus der verspäteten Ablieferung des Kreuzfahrtschiffs „Costa Smeralda“.

Ein Jobabbau steht auch auf der Stammwerft in Papenburg an, deren Belegschaft 3600 Beschäftigte zählt. Dazu gebe es aber noch keine Zahlen, sagte der Sprecher.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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