Hannover /Oldenburg Die Baumärkte und Gartencenter im Nordwesten rechnen am Wochenende mit großem Andrang – und rüsten sich entsprechend, um in der Corona-Krise trotzdem Gesundheitsgefahren für Kunden und Mitarbeiter zu vermeiden.

So kündigte Hornbach an, nur 100 Kunden zeitgleich in die Märkte zu lassen. Auch andere Unternehmen bereiten sich entsprechend vor. Plakate mit Verhaltensregeln werden aufgehängt, Desinfektionsmittel bereitgestellt, Plexiglas-Scheiben zum Schutz der Mitarbeiter an den Kassen installiert und Kundenwege so geleitet, dass Sicherheitsabstände gewährleistet sind.

Die niedersächsische Landesregierung hatte am Mittwoch entschieden, dass Baumärkte und Gartencenter ab Samstag auch für Privatpersonen wieder geöffnet werden.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) begründete die Wiedereröffnung damit, dass unterschiedliche Regelungen zwischen den Bundesländern „unerwünschte Wanderungsbewegungen“ ausgelöst hätten. So konnten Privatkunden etwa in Bremen und NRW weiter in Baumärkten einkaufen, während sie in Niedersachsen nur für gewerbliche Kunden wie Handwerksbetriebe geöffnet waren.

Der Genossenschaftsverband Weser-Ems (Oldenburg) „bedankte“ sich für die schnelle Entscheidung der Landesregierung. Viele Sortimente der Raiffeisen-Märkte „gehören zur Grundversorgung der Bürger“, meinte Verbandsdirektor Johannes Freundlieb.

Rainer Ostmann, Geschäftsführer von Blumen Ostmann, verwies auf die derzeitige Gartensaison: „Was jetzt nicht gepflanzt wird, kann später nicht geerntet werden“, sagte er.

Während Baumarkt-Betreiber und Gartencenter die Entscheidung begrüßten, kommt Kritik aus Kommunen. So bezeichneten die Landräte Sven Ambrosy (Friesland), Thomas Brückmann (Wesermarsch) und Holger Heymann (Wittmund) sowie Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist die Ankündigung als „ein falsches Signal“.

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Ministerpräsident Weil betonte indes: „Das ist alles andere als ein Lockerungssignal.“ Vielmehr solle mit der Änderung vermieden werden, dass wegen des Grenzverkehrs andernorts das Risiko für Infektionen steige.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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