Hannover /Im Nordwesten Die Versorgung mit Hausärzten ist in Niedersachsen schlechter als in vielen anderen Bundesländern. Zwischen Harz und Nordsee gab es laut Ärztestatistik Ende des vergangenen Jahres 65,7 niedergelassene Hausärzte pro 100 000 Einwohner, noch weniger waren es nur im Arztbezirk Westfalen-Lippe, in Hessen und Sachsen-Anhalt. Baden-Württemberg und Brandenburg lagen mit 65,6 Hausärzten pro 100 000 Einwohner etwa gleichauf mit Niedersachsen. Die höchste Hausarzt-Dichte haben demnach Bayern und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen.

Die aktuell landesweit 355 unbesetzten Hausarztsitze befinden sich nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) vor allem in ländlichen Regionen. „Allgemein ist die Arztdichte in den Städten besser mit Ausnahme von Wolfsburg“, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke.

Im Nordwesten werden laut KVN Hausärzte vor allem in den Bereichen Delmenhorst (14 freie Sitze), Leer-Süd (13,5) und Cloppenburg (11,5) gesucht. Besonders gut versorgt sind hingegen Oldenburg, Osnabrück, Rastede, Varel, Vechta und Westerstede.

Bundesweit gab es am Stichtag, 31. Dezember 2018, rund 148 600 Ärzte und 26 700 Psychotherapeuten, die mit einer Zulassung Kassenpatienten versorgten. Das war ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings werden immer mehr Mediziner benötigt, weil weit mehr Ärzte als früher Teilzeit arbeiten. Hintergrund ist laut Haffke auch der höhere Anteil an Frauen. „Wir haben in Niedersachsen knapp 70 Prozent weibliche Medizinstudierende“, sagte er. „Zukünftig brauchen wir noch mehr Ärzte, um den Standard zu halten.“

Insgesamt hat sich die hausärztliche Versorgung zwischen Harz und Nordsee allerdings verbessert. Mit Hilfe von Förderprogrammen konnten laut KVN seit 2015 jährlich etwa 25 Hausarztsitze wieder besetzt werden, die teils lange vakant waren. Wie aus neuen Daten der Ärztestatistik weiter hervorgeht, sind 15,6 Prozent der Hausärzte in Niedersachsen älter als 65 Jahre. Viele finden keinen Praxisnachfolger und arbeiten deshalb auch noch im Rentenalter, um ihre Patienten nicht im Stich zu lassen. „Wir benötigen eine Landarztquote“, bekräftigte Haffke die Forderung der KVN. Nur so könne ausreichend Nachwuchs gesichert werden.

Stefanie Dosch Newsdeskmanagerin / Politikredaktion
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