Hannover Die angeschlagene Norddeutsche Landesbank (NordLB) erwartet trotz eines soliden ersten Halbjahrs weiter einen Verlust im Gesamtjahr 2019. Wegen der Neuausrichtung sei in den nächsten Monaten mit hohen Restrukturierungsaufwendungen zu rechnen, teilte die NordLB am Donnerstag in Hannover mit.

„Entsprechend halten wir auch an unserer Prognose fest, wonach die Bank das Gesamtjahr 2019 mit einem Verlust abschließen wird“, sagte Vorstandschef Thomas Bürkle. „Die Neuausrichtung der NordLB wird uns alles abverlangen und sie dürfte sich auch im kommenden Jahr dämpfend auf das Unternehmensergebnis auswirken.“ Für den Erfolg der Bank sei sie aber „unumgänglich“.

Im ersten Halbjahr steigerte die NordLB das Konzernergebnis deutlich auf 149 (Vorjahr: 54) Millionen Euro. Der Verwaltungsaufwand lag mit 487 Millionen Euro rund sieben Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2018. Die Restrukturierungskosten schlugen mit 71 (16) Millionen Euro zu Buche, die Risikovorsorge lediglich mit minus einer (minus 31) Million(en) Euro. Der Provisionsüberschuss wurde auf 50 (28) Millionen Euro gesteigert. „Mit dem Geschäftsverlauf in der ersten Jahreshälfte können wir durchaus zufrieden sein“, sagte Vorstandschef Bürkle.

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Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers wertete den Rückgang der Personal- und Verwaltungskosten als „gutes Signal“. Die Halbjahreszahlen zeigten, „dass die notwendige Verschlankung der Bank begonnen hat und erste Früchte trägt.

Der Zinsüberschuss fiel allerdings in den ersten sechs Monaten auf 496 (618) Millionen Euro zurück. Nach Angaben der Bank steht diese Entwicklung im Zusammenhang mit der Verringerung der Bilanzsumme und der Rückführung der Schiffsfinanzierung. Im ersten Halbjahr ging die Bilanzsumme bereits um sechs Prozent auf 145,3 Milliarden Euro zurück. Bis 2024 soll sie auf rund 95 Milliarden Euro schrumpfen. Hintergrund der NordLB-Verkleinerung ist, dass die Bank vor allem mit der Schiffsfinanzierung Milliardenverluste verzeichnet hatte. Derzeit wartet sie auf eine dringend benötigte Kapitalspritze von rund 3,6 Milliarden Euro. Die Kernkapitalquote, die künftig 14 Prozent betragen soll, lag Ende Juni bei lediglich 6,63 Prozent und war damit unverändert zum Jahresende 2018. Unter Aufsehern gilt eine harte Kernkapitalquote von 5,5 Prozent als das Minimum, das Banken unter Stress noch vorweisen sollten.

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